Kurzformat #7

Superscum – Superscum

Dark-Country. Wieder so eine Genrebezeichnung, die sich Mephisto höchstpersönlich ausdenken hätte können. Aber: Superscum beschreiben ihre Musik nun einmal mit diesen beiden Worten. Und irgendwie haben sie auch Recht damit. Das Fundament dieser Songs klingt eindeutig nach staubiger Einöde, nach „On The Road Again“ und doch findet man immer wieder Einsprengsel aus Wave und andere Kontrapunkte. Das ist im besten Falle enorm spannend, klingt im schlimmsten Falle aber auch für ein paar Momente nach Reamonn. Aber nur für ein paar Momente. [Believe | VÖ: 24.11.2014] – (ms)

Mortals / Repellers – Split

 Zugegeben, immer wenn es um Metal geht, zittern uns ein wenig die Hände, weil wir uns auf bisweilen doch recht dünnem Eis bewegen müssen. Deshalb sei auf detaillierte Genreangaben verzichtet und einfach nur erzählt, dass Mortals zwar nur einen von vier Songs beisteuern, aber dafür acht abwechslungsreiche Minuten mit durchaus melodischen Passagen am Start haben. Und Repellers im Gegensatz dazu einen wesentlichen punkigeren Ansatz wählen. [Broken Limbs | VÖ: 10.03.2015] – (ms)

Squalloscope – Dispenser Box

Weil oben von Kontrapunkten gesprochen wurde: Im Vergleich zum gerade besprochenen Gebolze ist diese EP mehr als nur ein solcher. Squalloscope bewegen sich mit ihrem seltsamen Namen auf den Spuren von Lali Puna und dem Geplucker von The Notwist. Die Brillanz Letzterer wird dabei zwar nicht erreicht – sonst würde hier vermutlich eine ausladende Lobhudelei stehen -, ignorieren sollte man diese fein durchkomponierten Stücke aber natürlich trotzdem nicht. [Seayou | VÖ: 14.02.2015]- (ms)

Heinali – A Wave Crashes

Heinali ist ein Name, den man – wenn man ihn nicht schon längst kennt – sich unbedingt(!) merken sollte. Zumindest wenn man auf eine Mischung aus ruhig gehaltenen Postrock-Versatzstücken und Ambient steht. Was diese Band nämlich mit teilweise spärlichsten Mitteln an Atmosphäre auf die Bretter bringt, ist kaum zu glauben. Und dennoch ist man mutig genug, um das eigene Muster mit dieser EP gründlich zu durchbrechen: A Wave Crashes ist hier nicht nur als Titel zu verstehen, sondern auch musikalisch verwirklicht. [Fluttery | VÖ: 03.2015] – (ms)

The Artificial Harbor – s/t

In den ersten zwei Zeilen der Bandvorstellung fallen die Wörter „Südtiroler Wahlwiener“, „FAZ-Online“ und „Neo-Hippies“. Das meint: The Artificial Harbor haben auf dem Papier alles beisammen, um das nächste große Ding zu werden. Das skeptische Geister auf den Plan rufen wird, die Worte wie „Hype“ stammeln und sich abwenden werden. Und tatsächlich klingt diese Melange aus Folk und gewaltig viel Pop-Appeal extrem zeitgemäß. Das machst aber nichts, weil die Band trotzdem weiß, wie man einen guten Song zu schreiben hat. Zum Glück. Sollte man sich merken, das. [Siluh Records | VÖ: 24.04.2015] – (ms)

eot_CD_frontonly_1500x1500_150_dpiElephants On Tape – Different From Now

Nicht ganz so offensichtlich zugänglich gestalten Elephants On Tape ihre Songs. Da wird schon mal ein Beat ordentlich verschleppt, da verwundert schon mal eine nicht aus versehen sehr hoch fliegende Gesangsharmonie oder ein ausgiebiger Ausflug in elektronische Gefilde. Ansonsten lässt sich die Band nur ungern auf ein bestimmtes Genre festlegen. Wer allerdings Songs wie Less Or Equal schreibt, darf auch gar nicht erst in enge Schubladen gesteckt werden. Weil das ziemlich großartig ist, was auf dieser EP zeitweise fabriziert wird. Muss man sich merken. [DIY | VÖ: 06.05.2015 ] – (ms)