Kurzformat #9

Drug Church - SwellDrug Church – Swell

Zugegeben: Die Veröffentlichung von Swell ist schon eine Weile her, Februar um genau zu sein, doch das soll kein ernsthaftes Hindernis sein ein paar Worte über die EP zu verlieren. Denn diese ist eine kleine Sensation. Angefangen bei dem wunderbar verschleppten und rotzigen But Does It Work?, das man vor 25 Jahren auch den Pixies zugetraut hätte, über den wavigen Postpunk-Kracher Work-Shy, sitzt hier wirklich jeder Song. Drug Church lassen ihren von Patrick Kindlon (Self Defense Familiy) angetriebenen Hardcore allzu gerne in artverwandte Genres eintauchen, nur um sich dort mit möglichst viel Schmodder und Rost einzudecken. Fantastisch! [No Sleep Records | VÖ: 10.02.15] – (mo)

kindred spirit cover 1500Rocky Votolato/Chuck Ragan – Kindred Spirit

Die Namen Rocky Votolato und Chuck Ragan lassen Punkinteressierte aufhorchen und bringen die Folkrock- und Singer/Songwriter-Szene kollektiv ins Schwärmen. Kein Wunder eigentlich, sind beide zunehmend und auch stets hörenswert an der Akustischen zuhause. Nachdem sich beide im Rahmen der Revival Tour schon öfter die Bühne geteilt haben, teilen sie sich nun also auch eine Split-EP. Drei Songs gibt es jeweils, wobei sich Ragan bei seiner flotteren Auslegung des Folk mit Ben Nichols, Jon Snodgrass, Chad Price und Dave Hause zusätzlich reichlich Verstärkung holt. Ragan stellt damit den deutlich behutsamer und reduzierter agierenden Votolato fraglos in den Schatten. Letztlich liefern allerdings beide nicht ihre besten Songs ab und wer das bisherige Solowerk von beiden kennt, verpasst hier sicherlich nichts, schließlich hat man das alles schon oft genug gehört. Nun gut, Ragans Before Dust ist sicherlich den einen oder anderen Hördurchgang wert. [SideOneDummy Records | VÖ: 05.06.15] – (mo)
Stream

DRAG- Slow BreedsDRAG – Slow Breeds

Man kann durchaus irritiert sein beim Anblick des Covers und der Tatsache, dass es sich bei DRAG um eine Band aus dem unmittelbaren Umkreis von Light Bearer handelt. Von Düsterheit, Mythologie und Epik ist da nämlich keine Spur. Und was optisch sofort ins Auge fällt, bestätigt sich musikalisch umso mehr. Light Bearer sind hier ganz weit weg. DRAG präsentieren stattdessen verträumten und etwas schrulligen Indierock, dem man vermutlich auch das Label Shoegaze verpassen könnte. Vier starke Songs haben sie auf dieser EP versammelt, die sich angenehm an den Pop schmiegen, ohne aufdringlich zu sein und vor allem ohne die im Hardcore-Punk erlernten Riffs über Bord zu werfen. Am besten wird das im Song 0 vorgeführt. Das kann sich wahrlich sehen lassen. Mehr davon! [DIY | 28.05.15] – (mo)

Agador SpartacusAgador Spartacus – Agadorable

Die Rede davon, dass sich jemand bemüht, ist meist nicht als Kompliment gemeint. „Er hat sich bemüht, aber…“. Nein, ein Lob ist das nicht wirklich. Bei Agador Spartacus schaut’s allerdings ein bisschen anders aus. Denn die sind sichtlich bemüht aus den meist arg trüben Gewässern des Alternative Rock etwas Brauchbares herauszufischen. Und siehe da: Es will ihnen sogar gelingen. Zumindest über einige Stecken ihrer 5-Song-EP. Auch wenn sie mit Ceruma nicht den besten Anfang erwischen, so liefern sie sonst ganz ordentliche Songs im Postpunk-Gewand ab. Scissor Sisters And Brothers darf sich trotz der „Ohohohos“ eines ziemlich guten Tracks rühmen. Gleiches git auch für Barking Dogs, das vor allem am Bass eine solide Vorstellung hinlegt. Alles in allem: Kein Wunderwerk, aber den Alternative Rock doch gerade noch so aus dem Dreck gefischt. Wenn das mal kein Lob ist… [DIY | VÖ: 12.12.14] – (mo)

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