Kurzformat #6

Kat Vinter – Islands

Spätestens mit der begeisterten Review zu Ah! Kosmos dürfte durch manchen Kopf ein schlimmer Verdacht schwirren: Wir werden unterwandert! Von Elektronik! Und wo bislang Kilometer von Gaffertape, Gitarrensaiten und durchgebrannten Röhren dominierten, werden zukünftig Loops, Soundscapes und Snythies aus irgendwelchen Notebooks abgefeiert. Eine schlimme Vorstellung. Die Kat Vinter ein bisschen erträglicher machen mit ihrem ätherischen Elektropop. Und die dennoch wohl nie wirklich Realität werden wird.[Adp | VÖ: 24.04.2015] – (ms)

Captain Capa – Death Of A Hydra

 Ach, Thema Elektronikunterwanderung die Zweite. Dieses mal wird sich auch nicht lange mit Elektropop aufgehalten, es geht direkt in die Vollen. Captain Capas neue EP könnte nämlich so auf den ersten Blick auch ohne Probleme auf den Tanzflächen der Großraumdisse des jeweiligen Vertrauens stattfinden. Das macht aber nichts, haben die drei Stücke doch einen unverschämten Popappeal, den man so bald nicht mehr los wird. Wer’s nicht glaubt, möge Vipera hören. Und für immer..ach, ihr wisst schon. [Audiolith | VÖ: 22.05.2015] – (ms)

Jimmy Satans Schuhshop – Hölle fahr’n

So, jetzt aber genug aus der digitalen Welt. Und mit Schmackes zurück zum Punk. Oder so etwas Ähnlichem. Jimmy Satans Schuhshop kombinieren einen unfassbar sperrigen Bandnamen mit wüst unterproduzierten drei Akkorden, dem geradezu subversivem Fernbleiben von Struktur und einem Sexappeal in den eigenen Stücken, die man zuletzt in etwa bei Wanda gehört hat. Man merkt: Beschreibung zwecklos. Und nicht zuletzt wegen Songs, wie Bus verpasst unbedingt empfehlenswert. Anhören! [Rummelplatz Musik | VÖ: 27.03.2015]- (ms)

Colostrum – Respawn

Oh, weil gerade Wanda Erwähnung fanden, kommen wir natürlich auch um Colostrum nicht herum. Die haben zwar einen weniger knuffigen Namen, kommen aber eben aus Wien. Und die Vorschrift besagt, dass man derzeit alles ziemlich geil finden muss, was aus Österreich kommt. Abgesehen davon machen Colostrum auch wenig knuffige Songs. Dafür aber gute. Die schräge Gitarrenminiaturen mit mal pluckernden und mal treibenden Beatfundamenten kombinieren. Eine Genrebenennung spart man sich dabei besser. Die braucht man auch nicht, sprechen die vier Stücke doch für sich. [Seayou | VÖ: 13.03.2015] – (ms)

Torrid Souls – Sea Sons 

Man darf ja ruhig mal ehrlich sein und zugeben, dass man von einer Band, die ihre eigene Musik in den Worten „Alternative, Indie, Folk“ beschreibt und ihre erste EP mit einem verboten flachen Wortspiel betitelt, nicht besonders viel erwartet. Umso überraschender sind dann die Songs von Sea Sons. Die schenken sich die Aufdringlichkeit von Indie und Folk einfach komplett und üben sich, angeführt vom angenehm an die 90er erinnernden Opener Red Admiral, im Wohlklang. Ohne langweilig zu wirken. Das verdient zwar bestimmt eine etwas ausdifferenziertere Produktion, tönt aber doch zumeist vielversprechend. [DIY | VÖ: 13.03.2015] – (ms)

Kaufmann Frust – Hinter den Fenstern

Hin und wieder kommt es vor, dass man vom Fleck weg weiß, dass man etwas Besonderes in Händen hält. Zum Beispiel beim Auspacken des Vinyls dieser wundervollen 7″. Dabei haben Kaufmann Frust aus Stuttgart auf Hinter den Fenstern gerade mal zwei Songs versammelt. Songs, die es allerdings scheinbar mühelos schaffen, die ungestüme Dringlichkeit von – sagen wir mal – Grand Griffon mit der atmosphärischen Dichte von Die Nerven zu kombinieren, ohne auch nur für einen Momenten den ganz eigenen Sound aus den Augen zu verlieren. Schweigeminuten hat dabei seinen Platz unter den Songs des Jahres nach einem Durchgang schon fast sicher. Riesig.[DIY | VÖ: 15.03.2015] – (ms)

 

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