Kurzformat #10

Havarii – Am Ende des Anfangs

Zum Start servieren wir gleich mal einen kleinen Grenzgänger aus dem Hause Havarii. Schließlich firmiert Am Ende des Anfangs eigentlich als Album und nicht als EP. Dennoch sind nur fünf Songs ein bisschen wenig, für einen vollwertigen Langspieler. Die Stücke selber weisen derlei technischen Fragen allerdings ohnehin den Weg ins Unerhebliche. Weil sie auf den von Grand Griffon und Captain Planet gezeichneten Wegen wandeln. Und zwar fulminant. Und bisweilen durchaus schmerzhaft und prägnant. Ein großes kleines Album.  [Brutkasten/Broken Silence | VÖ: 29.05.2015] – (ms)

 

Nathan Gray – NTHN GRY

 Man muss mit ziemlich großer Sicherheit niemandem mehr erklären, wer genau denn dieser Nathan Gray ist. Der Sänger von Boysetsfire (jetzt haben wir es doch getan, hoppla) wandelt neuerdings auf Solopfaden und entfernt sich dabei erwartungsgemäß ein wenig vom Sound seiner ‚Hauptband‘. Gray ist aber glücklicherweise weit entfernt von weichgeklopften Singer/Songwriter-Sperenzchen oder dem Pop-Punk von The Casting Out. Elektronische Spielereien, finstere Akustikgitarren und eine nicht zu überhörende Wut bilden das Fundament, auf dem sich Gray durchaus gelungen austoben darf. [End Hits | VÖ: 07.08.2015] – (ms)

Accidente/Duelo – Split

Gelungen ist auch diese Split-Ep von Accidente und Duelo. Allerdings nur, wenn man Sympathien für Punk der ganz nackten Spielart hegt. Verwaschen produzierte und in gefühlter Lichtgeschwindigkeit geschrubbte Powerchords werden hier unterstützt von einem etwas zu dünnen Bass und einem wohlvertrauten Uffda-Schlagzeug. Das klingt vielleicht etwas simpel, macht aber in den richtigen Momenten dennoch eine ganze Menge Spaß. [Contraszt! | VÖ: 22.04.2015]- (ms)

Wait For June – Prospects And Hope

Singer/Songwriter, Folk und Pop. Das ist inzwischen gerne mal eine Mixtur, die das Potential hat, ihre Hörer_innen direkt in die Hölle zu nerven. Weil man den immer gleichen Song mit leicht verändertem Aufbau und neuen Titel einfach irgendwann nicht mehr hören kann. Wait For June machen ihre Sache zum Glück abseits der ausgetretenen Pfade. Und präsentieren sechs unaufgeregte Songs, mit denen man viel Freude haben kann. [Singalongsongs | VÖ: 08.11.2014] – (ms)

An Elegy – Embrace The Rain

Weit weg von Folk oder Pop knüppeln sich An Elegy durch die Gegend. Mit einer aus dem Metalcore entliehenen instrumentalen Perfektion. Mit Growls aus der oben erwähnten Hölle. Und mit ein paar schönen Gesangsharmonien. Eine Beschreibung, die instinktiv an ganz fürchterliche Releases aus dem Hause Victory denken lässt. Was zum Glück nicht passt. Nicht mal ansatzweise. An Elegy schaffen eine ganz eigene und auch eigenwillige Stilmixtur, die erst bewältigt werden will. Das wird sich allerdings lohnen. Vermutlich. [ DIY | VÖ: 27.07.2015] – (ms)

The Secnd – II

Der Promotext sagt, The Secnd seien „frisch, unverbraucht und voller Energie.“ Nun, das mag sein. Ihre Musik klingt allerdings weder frisch noch unverbraucht und schon gar nicht irgendwie energetisch. Als ob man einfach mal alles, womit man momentan vergleichsweise schnell seine Brötchen verdienen einmal durch den Wolf gedreht hätte. Wer Bands der Marke Bastille für ganz heißen Scheiß hält, könnte das hier mögen. Der Rest kann ja einen Bogen um The Secnd machen. [Heldenmusik/Believe | VÖ: 05.06.2015 ] – (ms)

Basement – Further Sky

Einen Bogen sollte man hingegen auf keinen Fall um Basement machen. Zumindest wenn man mit den Worten Emo, Grunge und Indierock zumindest halbwegs etwas anfangen kann. Dann nämlich wird man diese inzwischen fast ein Jahr alte EP mögen. Nein, lieben. Schließlich erinnern Basement an klangvolle Namen, wie Brand New oder Moose Blood oder Sunny Day Real Estate. [Run For Cover/ADA | VÖ: 08.08.2014 ] – (ms)

Chambers – s/t

Es passiert sehr selten, dass man vom Fleck weg weiß: Diese Band hat das Zeug zu ganz großen Songs. Chambers sind so ein Fall. Auch wenn bei dieser selbstbetitelten EP die Gitarren dann und wann eher nach einem alten Rührgerät klingen, auch wenn man über die Gesangsspuren vielleicht noch mal drüberwischen könnte – hier wird an den Instrumenten bisweilen geradezu gezaubert. Was Songs entstehen lässt, die ausladend und dennoch schlüssig sind. Voll mit cleveren Ideen und Spielfreude. Mehr davon! [DIY | VÖ: 12.06.2015 ] – (ms)

Holy Esque – Submission

Irgendwann haben wir ja schon mal spekuliert, warum aus Schottland so viele wundervolle Bands kommen. Woran es liegen mag, weiß natürlich niemand so genau, aber irgendwas muss es da geben. Schließlich dürfen Holy Esque sogar Songs schreiben, die mit jeder Faser vom NME abgefeiert werden wollen und dementsprechend eigentlich recht stromlinienförmig daher kommen. Und doch schwingt jederzeit etwas Interessantes mit, in den Songs dieser EP. Vielleicht ist es die recht schroff belassene Stimme. Vielleicht sind es die hörbaren Elemente aus dem Post-Rock-Lehrbuch. Fest steht jedenfalls: Submission lohnt ein Ohr. [Beyond The Frequency | VÖ: 17.07.2015 ] – (ms)

Endless Heights – Teach You How To Leave

Es ist zweifelsohne eine der Entwicklungen des Jahres: Man macht jetzt wieder in Grunge. Nachdem Superheaven und Unwed schon ziemlich eindrücklich Brücken zu den guten Releases der Neunziger gebaut haben, gehen nun auch Endless Heights genau diesen Weg. Mit einem scheppernden Drumkit und blitzsauber aufeinander geschichteten Gitarren wird hier schwungvoll der Vergangenheit gehuldigt. Ohne auch nur eine Sekunde altbacken zu wirken, allerdings. Wieder so ein Name, den man sich für die Zukunft vielleicht besser merken sollte. [Uncle M/Anchors Away | VÖ: 14.08.2015 ] – (ms)

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