Donots – Wake the Dogs

Bellende Hunde beißen nicht

Seit einigen Wochen steht das nun mehr neunte Studioalbum der Donots in den Läden und stieg direkt in die oberen Chartregionen ein. Wer die jüngste Vergangenheit dieser sympathischen Band aus Ibbenbüren kennt, wird ihnen ihren Erfolg gönnen, waren sie doch vor einigen Jahren ohne Label und der Gunst des breiten Publikums auf sich alleine gestellt. Anstatt aufzugeben nahmen die Donots ihr Schicksal selbst in die Hand, gründeten ihr eigenes Label mit dem Namen Solitary Man Records und versuchten sich fernab des reinen Punkrocks neu zu definieren. Vor allem das letzte Album Long Way Home, zeigte das die Donots endlich angekommen sind und sich in der Mixtur aus Punkrock, Folkrock und melodischen Hymnen einfach wohlfühlen. Für das neuste Werk mit dem klangvollen Titel Wake the Dogs wurde wieder die Nähe zu den Majors gesucht und in Form von Universal Music auch gefunden.

Die Erwartungshaltung war groß, stellte Long Way Home doch das bisherige Meisterstück der Donots dar. Auch die erste Auskopplung, der Opener Wake the Dogs, zeigte deutlich, dass man den vor Jahren eingeschlagenen Weg konsequent weiter verfolgen wollte. Die darauf folgenden Titel wie Into the Grey und Come Away With Me schlagen in dieselbe Kerbe und wissen sofort zu begeistern. Wer allerdings davon ausgeht, dass es so über das gesamte Album weiter geht wird wohl enttäuscht werden. Denn ganz im Sinne der Donot`schen Philosophie bedeutet Stillstand gleich Tod und ist nur durch permanente Weiterentwicklung zu verhindern. So wird ab dem Song You`re so Yesterday weiter fröhlich herum geschraubt und mit verschiedenen Stilen, mal mehr, mal weniger gelungen experimentiert und auf vergangene Helden, wie The Clash, Iggy Pop oder den Punkrappern vonTransplants, verwiesen. Gerade die Songs Born a Wolf und Don´t ever look down sind hierfür sehr passende Beispiele. Ob Electro-Anleihen oder Synthie-Einsatz, wie bei Control, die Donots machen auf Wake the Dogs nur das, worauf sie gerade Bock haben, um mit dem Schlusstrack So long, eine wunderschöne Schlusshymne – eingespielt mit Frank Turner, den Kreis zum Anfang des Albums zu schließen.

Was bleibt ist ein buntes Potourri aus Poppunk, Rock, Folkattitüde und melancholischen Hymnen die durchaus Spass machen, oft aber zu glatt,  zu sauber und beliebig klingen. Das Album wirkt nicht wie aus einem Guss, lässt einen gewissen roten Faden vermissen und klingt dadurch eher wie eine Compilation. Trotz allem Mut zur Veränderung hätte man sich hier und da kleine Abstriche zu Gunsten des Gesamtwerkes gewünscht. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet, sei dahin gestellt. Nichtdestotrotz ist Wake the Dogs ein gelungenes Album, der große Wurf ist es allerdings, bis auf einige Songs, nicht geworden.

(Dominik Iwan)

Ein Gedanke zu „Donots – Wake the Dogs

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