Collapse. Rebuild. – Fail Again, Fail Better

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In aller Kürze

Zugegeben, wir stehen hier nicht zwingend im Verdacht, uns stets angemessen kurz zu fassen. Im Gegenteil, viel lieber breiten wir uns in aller Ausführlichkeit über die besprochenen Alben aus. Schließlich gibt es in der Regel eine ganze Menge zu erzählen von banalen Trivia am Rande bis hin zu sportlich in den Sand gesetzten Songbeschreibungsversuchen. In der Regel. Von dieser wollen wir aber an dieser Stelle mal eine Ausnahme machen.

Immerhin handhaben Collapse. Rebuild. es ganz genau so, ist die musikalische Wohlfühlzone der Band doch eindeutig im Postrock zu verorten. Und der ist eben meistens lang und gerne noch viel länger. Umso größer fällt die Überraschung aus, wenn man feststellt, dass Fail Again, Fail Better nur schlappe 25 Minuten für seine fünf Songs braucht. Hier wird sich nicht lange mit dem Spannungsaufbau aufgehalten, sondern direkt zugepackt. Wodurch Songs entstehen, die zwar im genretypischen Gewand gehalten sind, aber dennoch ungewohnt unvermittelt vorgehen. Songs wie The Moon Is A Rains Place (Part 1), das nur etwas mehr als drei Minuten und eine mit wohldosiertem Pathos ausgestattete Gitarrenarbeit braucht, um seine HörerInnen zu erreichen. Oder das von Anfang mit Höchstgeschwindigkeit voranpreschende Paul Killed Laura Palmer.

Irritierend wird das Album nur dann, wenn die Band etwas viel zur gleichen Zeit will. Wie etwa im abschließenden The Moon Is A Rainy Place (Part2), das irgendwie auch eine zurecht vergessene Deftones-B-Seite ohne Gesang sein könnte. Und sich doch noch in ein ordentliches Finale retten kann. So sind Collapse. Rebuild. zwar meilenweit entfernt vom Meilenstein, liefern aber doch ein Album mit Wiedererkennungswert ab. Und das nicht nur der Kürze wegen.

Wertung: 6/10

Anspieltipps: The Moon Is A Rainy Place (Part1), In The Haze

(Martin Smeets)

Collapse. Rebuild. – Fail Again, Fail Better | Fluttery | VÖ: 01.07.2015 | CD/digital

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