City Light Thief – Music of Chance

City Light Thief aus Grevenbroich sind spätestens seit ihrem 2011er Debut und ihrer Tour mit Thursday keine Unbekannten mehr. Hatte ihr Erstling Laviin schon für Lobeshymnen gesorgt, werden diese bei dem Nachfolger mit dem Titel Music of Chance garantiert nicht verstimmen. Zudem hier ganz kreativ und selbstbewusst der Roman The Music of Chance von Paul Auster vertont wurde. Die Band begleitet den Protagonisten Jim Nashe, einen Feuerwehrmann, der seinen Job verliert, fortan ziellos die Staaten bereist und sich in vielen kuriosen Situationen bewähren muss, um sich schließlich allein mit 10000 Steinen auf einer Wiese wiederzufinden, aus denen er eine Mauer errichten soll. Soviel zu der textlichen Vorlage. Kennen muss man diese natürlich nicht, denn allein durch den dynamischen Sound, wird der Hörer auf eine aufregende Reise mitgenommen. Im Gegensatz zum Vorgänger, nehmen sich City Light Thief bewusst Zeit für ihre Songs und lassen ihnen den Raum um sich zu entfalten.

Rein musikalisch bewegen sich City Light Thief auf höchstem Niveau und zeigen auf insgesamt vier Tracks, mit einer Gesamtspielzeit von circa 20 Minuten, das komplette Spektrum ihrer Fähigkeiten. Verspürt man mit Beginn des Albums einen starken Drang sich zu der mitreißenden Musik zu bewegen, verdichtet sich mit der zweiten Hälfte des Albums die Atmosphäre und die ruhigen, nachdenklichen Momente breiten sich aus. Die Songs pendeln zwischen den Extremen (schnell, langsam, laut, leise) ohne dabei einfach nur zu puren Chlichés zu verkommen. Es werden gezielt Kontrapunkte gesetzt, die den Songs Tiefgang und Komplexität verleihen. Der Clean Gesang weiß durch die Bank zu gefallen, auch der, im Vergleich zum Debut, verstärkte Einsatz von Shouts verstärkt die Dynamik der einzelnen Songs und auch mehrstimmiger Gesang wird hier und da, wohldosiert geboten. Die unverzerrten Gitarren liefern knackige Riffs und wunderschöne Melodien. Die Atmosphäre wird auch von der tollen, intimen Aufnahmeumgebung beeinflusst. So wurde das Album nicht in einem sterilen Studio, sondern im Haus eines Bekannten aufgenommen.

City Light Thief finden ihre eigene Nische im großen Raum diverser Post-Hardcore Bands. Sie liefern mit Music of Chance ein energiegeladenes und mitreißendes Album ab, das vor allem durch seine Pop Anleihen nie den positiven Grundtenor verliert, den man in letzter Zeit doch so selten in diesem Genre hört. Music of Chance ist mitreißend, dabei strukturiert und nicht so verkopft wie bei anderen Genre-Vertretern, ohne dabei flach oder einfallslos zu klingen. Post-Hardcore trifft Pop! Dieses Experiment ist erfolgreich geglückt.  8/10

(Dominik Iwan)

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