Circle Takes the Square – As the Roots undo

Es pfeift vermutlich unschuldig daher im Intro dieser Platte und doch verbreiten die angeschrägten Klänge und das Gemurmel im Hintergrund eine flaue Vorahnung in der Magengrube. Dann brüllt einer Rejoice! Rejoice! A noble birth, a prince is born! und ehe man sich versieht, weiß man nicht mehr was passiert. Genrebezeichnungen sind bei Circle Takes the Square nicht nur völlig unmöglich, sondern lächerlich und schlicht und ergreifend unfair. Diese Band spielt alles und das am besten gleichzeitig. Schon die gefühlten 720 Ideen in Same Shade as Concrete nötigen Bewunderung ab, Ruhe und Sturm wechseln sich nicht mehr ab, sondern fließen ineinander, während darüber Frau und Mann perfekt getimt die Lyrics rauskeifen.
Nach dem zügellos brutalen Crowquill kippt In the nervous light of Sunday nach zwei Minuten um, gibt Gesang(!) frei und steigert sich in eine völlig hysterische Hymne.
Danach spendieren Circle Takes the Square etwas Pause und präsentieren mit Interview at the Ruins einen nachvollziehbaren, aber dennoch nicht weniger intensiven Song, nur um die geneigten HörerInnen im folgenden, wirklich unglaublichen „Non-objective Protrait of Karma erst durch ein überlanges Intro in Sicherheit zu wiegen und sie danach mit absolut fiesem Chaoscore niederzuknüppeln. A Crater to Cough in darf sich dann zum Ende der Platte als Reprise der Pfeiferei im Intro ausgeben, ist aber ein zum zereissen spannender Postrocker.
Das ist – man kann es nicht anders bezeichnen – Kunst.
Perfekt durcharrangierter, fragiler Krach in atemberaubender Umsetzung, sowohl an den Instrumenten als auch an den Mikrophonen.
Auf die Gefahr hin, sich zu wiederholen: KUNST!

10/10

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