Cedron + Surhysa | 18.04.16 | Alte Mälzerei – Underground (Regensburg)

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Cedron

Ja, es war schon gewagt von Dasgutekonzert an einem Montagabend dieses Konzert zu veranstalten, zumal in der Mälze. Cedron sind im Modern Hardcore keine allzu große und bekannte Referenz und weit davon entfernt live ein Selbstläufer zu sein. Und das Publikum wäre vermutlich äußerst überschaubar geblieben, hätte sich der Support nicht als Glücksgriff erwiesen. Die Regensburger Surhysa aus dem Umfeld des Moloch Kollektivs dürften für die meisten im Publikum Haupterscheinungsgrund gewesen sein. Hier hat sich die eigentliche Supportaufgabe einer lokalen Bands wahrlich ausgezahlt.

Und nicht nur das. Surhysa, die erst am Samstag zuvor online ihre erste EP namens Eskapismus veröffentlicht haben, spielen sich zwar nicht immer filigran durch ihren screamo-lastigen Post-Hardcore und die dezent gesetzten Postrockpassagen, stets aber souverän und zielsicher. Etwas weniger Scheu und mehr Präsenz könnten der zweifellosen musikalischen Güte und ihrem Impetus in Richtung Leidenschaft durchaus mehr Nachdruck verleihen.

Cedron, die gerade mit ihrem aktuellen Album Valence durch Europa touren, muss man um Präsenz nicht bitten. Der Vierer aus Söderhamn in Schweden legt sich körperlich mächtig ins Zeug, was nicht nur Aushilfsdrummer Olle (Disembarked) offensichtlich dazu verhilft seine angestauten Aggressionsprobleme zu lockern, sondern Cedrons modernen Hardcore, der sich samt Breakdowns und emotionaler Dringlichkeit stellenweise auch ganz klassisch zu verorten weiß, blendend entgegenkommt. Sänger Anton verschmäht es fast schon auf der Bühne zu stehen und sucht, beispielhaft bei Lost Woods mit ausführlichen Sinalongs („This is my darkest day / My hands are cold and nothing remain [sic!]“), aber gerade auch zwischen den Songs die Nähe zum Publikum. Dass er bei Ansprachen überwiegend aufs Mikrofon verzichtet, kommt dieser Nähe zwar sehr zugute, liegt aber eigentlich an technischen Unzulänglichkeiten. Ohne fiese Rückkopplungen geht bei seinem Mikro im Ruhezustand nichts. Statt sich davon aber irritieren zu lassen, wissen Cedron dies geschickt und humorvoll in die Show zu integrieren, ohne dabei ihre Intensität aufs Spiel zu setzen. Eine große Stärke und mitunter Grund für ein überaus gelungenes Konzert.

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