Oiro – Meteoriten Der Großen Idee

Oiro - Meteoriten der großen IdeeGenauer hingeschaut

Na klar, Fröhlichkeit ist Oiros Sache nicht. Zumindest auf den ersten Blick. Und auf den zweiten. Und überhaupt. Vielmehr ist ordentlich Trostlosigkeit angesagt – wohin man sieht. Das fängt schon beim Cover an, das neben viel Grau einer tristen Häuserfassade auf den ersten Blick, bei genauerem Hinschauen noch mehr Tristesse offenbart: Essen-Steele 1984, ein Stuntman fliegt mit Raketenrucksack begleitet von tausenden Blicken durch die Gegend, ein Fest scheint im Gange und wirkt doch nicht feierlich. Diese von Reinhard Krause fotografisch eingefangene Szenerie befremdlicher Alltagsflucht könnte für das vorliegende Album nicht passender sein. Ein Fest, zum Feiern jedoch ungeeignet.

Denn auch die Musik trieft nicht gerade vor Freude. Karge und schmucklose Songs, die mehr schmerzen als gefallen. Die vermeintlich mut- und antriebslos vor sich hin gammeln als wären sie in den 80er Jahren aus dem Straßenschmutz des Ruhrpotts zusammengekehrt und liegen gelassen worden. Meteoriten Der Großen Idee, das dritte Album Oiros, ist quälend und öde. Und doch, wenn man ganz genau hinschaut, durchzieht die tonangebende Lethargie allenthalben ein Veränderungsanspruch, ein Abwehrkampf, der die Abstumpfung überwinden will und große Ideen in humorvoll-befremdliche Worte kleidet. Der Kampf ist nicht heroisch, er ist zäh und anstrengend. Aber er wird geführt und das allein zählt!

Oiro bewegen sich musikalisch – welch Wunder! – grob im Fahrwasser von Oma Hans, Dackelblut (und anderen Rachut-Konsorten) und EA80, auch thematisch sind für deutschsprachigen Punk keine unbekannten Größen dabei, wenngleich Oiro lyrisch durchaus in einer eigenen Liga spielen. Sie schätzen eine spröde, aber bildhafte Sprache, die sich kunstvoll mit harten Alltagsbegriffen mischt. Wenn Ein Friedhof Mit Nur Einem Grab seine zweckhaft und technisch auslassende Objekt-Verb-Konstruktionen leidenschaftslos aufzählt, Baumarkt in wiederholender Destruktion (und mit nerviger Flöte unterlegt) festhält: „Ich gehe in den Baumarkt in [beliebige Stadt einfügen] / Kaufe eine Säge, die sie verkaufen / Baue mir ein Haus / Ich zieh’ sofort wieder aus“ oder Das Ist Kein Camping sich mit vermeintlich unterkühlter Härte dem Thema Flucht widmet, dann sind das wahrlich großartige Momente. Wie viele weitere.

Überall auf Meteoriten Der Großen Idee lohnt es sich genauer hinzuschauen. Die bittere Resignation Oiros ist eben nur eine scheinbare, die sich als graue Fassade vor der menschlichen Verletzlichkeit aufbaut, um Angriffe abzuwehren und insgeheim darauf hofft sich einmal selbst einreißen zu können. Es ist eine Überlebensstrategie und Waffe – was M wie Musik und L wie Lyrik eben so sind oder um mit Oiro zu sprechen: „K wie Krieg und Kinderzimmer / H wie Heckler und K wie Koch“ (Holiday in Deutschland).

7,5/10

Oiro – Meteoriten Der Großen Idee | Flight 13 | VÖ: 30.10.15 | LP/CD/digital

EP: Muncie Girls/Sandlotkids | Kála | City Light Thief | Ära Krâ

MuncieGirls_SandlotkidsMuncie Girls/Sandlotkids – Split Single

Die Split Single ist mittlerweile schon ein Weilchen draußen, aber dafür nicht minder spannend. Stilistisch passen Muncie Girls und Sandlotkids nicht unbedingt zusammen, doch erfüllt diese 4-Song-Split genau das, was sie erfüllte sollte. Zwei Bands zusammenzubringen, die von einander profitieren könnten, einen Einblick in das jeweilige Schaffen zu gewähren und ganz wichtig: Nicht überflüssig zu sein. Das gelingt solchen kleinen Scheiben, die man auf dem Plattenteller dauernd herumdrehen muss, nicht immer. Hier jedoch geht alles auf. Muncie Girls aus Exeter schicken Gone With the Wind von ihrer 2016 erscheinenden LP und Ramones‘ Pet Sematary ins Rennen, das sie mit ihrem nachdenklichen, nicht allzu stürmischen Poppunk hervorragend covern. Während Muncie Girls aber geradezu beschwingt klingen, gehen Sandlotkids aus München deutlich verträumter, ja trauriger zu Werke und sparen nicht an Pathos und großen Gesten. Das macht aber gar nichts, im Gegenteil. Solange mit Dramatic Comedy und Wide Awake Songs herauskommen, die selbst Brand New schmecken würden.

[Uncle M | VÖ: 19.10.15]
Muncie Girls:


Kala_thesis_2500x2500Kála – Thesis

Vor einem Jahr hieß es bei Kála noch Antithesis. Mit Thesis kommt nun die zweite EP der Innsbrucker digital via Uncle M. Nach der Antithese folgt also die These und stellt die platonische Argumentationsdialektik auf den Kopf. Auffallend dabei: Der Vorgänger lässt sich um drei Songs mehr Zeit, die finsterer und musikalisch differenzierter gehaltene Antithesis scheint sich also umständlicher artikulieren zu müssen, während die Thesis klarer und präziser daherkommt. Das mag nicht nur an der deutlich besseren Produktion liegen. Auch ist der Gesang bissiger und sind die Songs schwungvoller arrangiert. Dabei sind beide EPs aber auch gar nicht so unterschiedlich und keine der beiden wirkt wie eine Widerlegung der anderen. Mit Thesis widerlegen Kála allenfalls die mögliche, kritische Sichtweise, sie seien eine harmlose Band, zumal es ihnen gelingt im übersättigten Genre Post-Hardcore aufzufallen. Da macht es auch nicht so viel aus, wenn ein Song wie Tristesse doch ein bisschen harmlos wirkt, wenn mit Helena sogleich die Widerlegung folgt. Kála? Sollte man auf dem Schirm haben, spätestens falls irgendwann einmal die Synthesis kommen sollte.

[Unlce M | VÖ: 13.11.15]


 

Cover_ShameCity Light Thief – Shame

Schon länger als Kála sollte man City Light Thief auf dem Schirm haben. Auch die wabern irgendwo im Post-Hardcore herum, sind in der Genreeinordnung tatsächlich aber schwer zu fassen. Denn City Light Thief haben etwas, das vielen anderen fehlt: Einen gänzlich eigenen Stil, den man bisher am gelungensten auf Vacilando wahrnehmen durfte. Shame ordnet sich auch da ein, wenngleich es gerade auch in seiner Kürze zurückgelehnter und weniger hakenschlagend daherkommt. Symbolisch dafür darf sich Younger You feiern lassen, das überdies einer der besten CLT-Songs überhaupt ist. Insgesamt fahren die Grevenbroicher/Kölner eine gute EP auf (was anders auch nicht zu erwarten ist), die allerdings wegen des teilweise merklich schwächelnden und dennoch arg nach vorne gemischten Gesangs und der bescheideneren Gitarrenarbeit hinter der gewohnten Dringlichkeit City Light Thiefs‘ zurückbleibt.

[Midsummer Records | VÖ: 06.11.15]


Ära Krâ - EP - ArtworkÄra Krâ – s/t

Wenn eine Black-Metal-Band eine 3-Song EP veröffentlicht, darf man sich kein 6-minütiges, windiges Scheibchen vorstellen. So natürlich auch nicht bei Ära Krâ, die u.a. (Ex-)Mitglieder von Fuck Your Shadow From Behind (Vorgänger von Der Weg Einer Freiheit) und War From a Harlots Mouth in ihren Reihen wissen. Dass hier der im Genre ohnehin weit verbreitete Hang zum Monumentalen gebührend zelebriert wird, versteht sich fast von selbst. 18 Minuten bringt die selbstbetitelte EP auf den Zähler und was darin passiert, ist, nun ja: atemberaubend. Der Blast Beat gibt bei Strang & Schwert unbarmherzig das Tempo vor, führt aber keineswegs in die Eintönigkeit. Im Gegenteil. Der Song ist außergewöhnlich facettenreich geraten, was nicht nur – aber verdammt nochmal auch – am fast zweiminütigen Chopin-Klavier-Zwischenspiel liegt. Es spottet fast schon jeglicher Beschreibung einen Song derart runter- und im Anschluss wieder hochzufahren und in seiner Gänze so interessant zu strukturieren. Ära Krâ verstehen sich aber eben nicht nur auf Black Metal, sondern kosten es förmlich aus, auch teilweise post-rockig und hardcoredesk (Grauer Sand) oder bei Endlos („Alles färbst sich schwarz / rastlos lieg ich / rastlos lieg ich wach“) sogar punkesk (ohne Witz!) herumzuspielen. Wer das schafft ohne peinlich zu wirken, ist gut, wer das allerdings so herausragend schafft, heißt vermutlich Ära Krâ.

[Through Love Records | VÖ: 04.12.15]

EP: Strafplanet | Rowan Oak | Farben/Schwarz | Carnist

Strafplanet – Big FeelingsStrafplanet - Bad Feelings

Diese 7“ zieht flugs vorbei, immerhin bewegt sich nur ein Song jenseits der 2-Minuten-Grenze. Bei diesem flotten, rauen und konsequenten Hardcore Punk, der zuweilen starke Powerviolence-Züge trägt, ist nicht alles zackig und kurz geraten. Die deutschen und englischen Texte, die freilich unverständlich ins Mikro gekeift werden, sind geradezu ganze Essays geworden. Sperrig und spröde in Form und Inhalt werden sie als radikale Gesellschaftskritik runtergerasselt, bleiben meist jedoch phrasenhaft hinter diesem Anspruch zurück. Wer einen Song (zelten) mit „Im Übrigen“ anfängt und anschließend in 1:16 Minuten versucht mit Begriffen wie „Rechenschaft„, „Ursachenforschung“ und „Klassengesellschaft“ den Begriff der Kritik zu erklären, muss daran zwangsläufig scheitern. Dabei ist das gesamte Gebolze gar nicht übel.

[Contraszt! Records | VÖ: 03.08.15]


RowanOak_ItsHardToSeeYouClearly_Cover

Rowan Oak – It’s Hard to See You Clearly

Wie so einige Münsteraner Bands fühlen sich auch Rowan Oak im Midtempo richtig wohl und schielen von ihrem Emopunk aus auch schon mal ins Progressive hinüber. Mit Fail/Safe ist ihnen ein wunderbar vielseitiger und sehnsüchtig-stimmungsvoller Song gelungen. Die Stimmung wird überhaupt groß geschrieben, was sich nicht nur am offensichtlichen Faible für William Faulkner zeigt, sondern auch in vielen Details wie z. B. der Umrahmung der 3-Song-EP mit einem wunderbaren Bassintro (Jeff Bridges) bzw. -outro (To You). Gutes Ding.

[Uncle M | VÖ: 28.08.15]


Farben/Schwarz – Einsfarben-schwarz_eins-cover

Es gäbe genügend Gründe sich Sorgen zu machen, wenn eine Band ihre Debüt-EP Eins nennt und die Sorte von Punk spielt, die man gerne in Hamburg verortet. Was soll daraus schon groß werden, außer bloßer Abklatsch von Captain Planet und Co. oder bestenfalls ganz ok? Tja, falsch gedacht. Es kann ziemlich stark werden, vor allem dann, wenn eine Band so viel richtig macht. Farben/Schwarz gelingt dies und wie es scheint, sogar mit einer ziemlichen Leichtigkeit. So bürsten sie ihren melodischen Emopunk mit ein paar Hardcore-Elementen auf und verstehen sich vorzüglich darauf z. B. in Vollkontrast oder Alles Disko unerwartete Wendungen einzustreuen, die weder allzu kalkuliert noch beliebig wirken. Außer dem etwas schwächeren Sirene funktioniert dieses Rezept auf EP-Länge wirklich vortrefflich. Großes Lob!

[Sportklub Rotter Damm | VÖ: 11.09.15]


CARNIST - HELLISH - coverCarnist – Hellish

Dass Carnist eine themenspezifische Konzeptband sind, sollte sofort ins Auge fallen. Eine unmissverständliche noch dazu. Dem Thema Veganismus und Tierleid eine ganze Band zu widmen, ist dieser Tage aber auch nicht ganz einfach, zumal in der öffentlichen (außerszenischen) Wahrnehmung, das Thema Veganismus durch esoterische und andere verrückte Kreise eine zunehmend unaufklärerische und verschwörungstheoretische Dimension bekommt. Umso wichtiger ist, das Thema aus linksradikaler, emanzipatorischer Perspektive umso deutlicher zu positionieren. Hier kommen Carnist mit ihrem kompromisslosen, crustigen Hardcore Punk ins Spiel. Nach dem umfangreicheren Unlearn gelingt es der Band mit dieser EP das Ausrufezeichen hinter ihre Botschaft noch pointierter zu setzen. Das fängt schon beim Titel Hellish an und zieht sich durch alle Songs, die passenderweise mit Hell is… beginnen. Dass Carnist auch technisch das Fach beherrschen haben sie nicht nur bereits beim Vorgänger, sondern vor allem bei anderen Bands wie Fall Of Efrafa, Light Bearer oder Archivist unter Beweis gestellt.

[Alerta Antifascista Records | VÖ: 23.09.15]

Circe – Music composed for The Show of Shows

Circe

Mehr als ein bisschen Hauptband

Das Schreiben über diese Platte scheitert beinahe schon daran, dass nicht ganz klar ist, wie hier was zu bezeichnen wäre. Was soll überhaupt in die Titelzeile? Denn Circe sind keine Band, vielmehr verbirgt sich dahinter der Name eines Soundtracks zum im Dezember erscheinenden Dokumentarfilm The Show of Shows über die Zirkus-, Vaudeville-, Karneval- und Cabaretszene(n) Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Musik hierfür stammt von Georg Holm, Orri Pál Dýrason, Hilmar Örn Hilmarsson und Kjartan Holm. Auch wenn zwei der Namen für isländische Verhältnisse durchaus kurz sind, verträgt dies dennoch keine Titelzeile.

Daran soll das Ganze aber auch nicht scheitern, denn hinter Circe steckt eben nicht irgendwer, sondern 2/3 von Sigur Rós, ihr Tourgitarrist und der Komponist Hilmarsson. Wäre das allein vielleicht schon eine Erwähnung wert, ist es das vorliegende Album allemal. Nicht nur, weil Postrock- und Ambient-affine Ohren schon im Voraus erahnen können, was auf sie zukommt, sondern weil es noch besser kommt als man erwarten könnte. Circe dauert deutlich über eine Stunde und präsentiert freilich viele ruhige Klänge und weitläufige Songstrukturen, die nur selten klassische Songstrukturen sind. Die einzelnen Songs verzichten meist auf eine entsprechende Dramaturgie und sparen Kulminationsmomente aus, die Georg und Orris Hauptband wie keine andere beherrscht.

Circe ist merklich ambientlastiger – was nicht nur, aber auch am (von spärlichen Chören bei Tko oder To Boris With Love abgesehen) gänzlich fehlenden Gesang liegt -, entwickelt aber dennoch eine stellenweise fast tanzbare Rhythmik. Lila wäre hier etwa zu nennen, das mit einem markanten Beat auch in Electro-Kreisen auf Interesse stoßen könnte. Oder das fast schon karibisch zappelnde Salire. Ganz allgemein spielen perkussive Elemente eine tragende Rolle, die Georg Holm mit seinem unnachahmlichen, meist äußerst dezenten Bassspiel ummantelnd begleitet. Da ist auf die sigur-róssche Rhythmussektion natürlich Verlass. Viele von Circes Passagen wären durchaus auch auf einer Sigur-Rós-Platte denkbar. Das etwas aus der Reihe tanzende und wuchtige To Boris With Love etwa, könnte man sich gut auf Kveikur vorstellen, Liquid Bread & Circuses atmet die Luft von Valtari und Wirewalker hätte sich auch auf Takk… finden können (Holms Bass wurde ja bereits erwähnt, die beiden letzten Beispiele illustrieren dies übrigens vortrefflich).

Es fällt ohnehin schwer sich Circe einigermaßen sinnvoll ohne die ständige Referenz zu Holms und Dýrasons Hauptband zu denken, entfernt sich die Platte eben auch musikalisch nicht allzu weit davon und wäre auch in diesem Kontext mit kleinen Abstrichen (der größte sicherlich: Jónsi) denkbar. Aber wie auch bereits eingangs angedeutet: Circe ist keine abgespeckte Sigur-Rós-Version, sondern – die Erwartungen erfüllend oder sogar übertreffend – ein formidabler Soundtrack, der seine ganz eigenen Stärken zu entfalten weiß.

8,0/10

Circe | Krunk Records | VÖ: 21.08.15 | LP/CD/download

Idle Class – Of Glass And Paper

Idle Class - Of Glass And Paper
Vielleicht doch nur ein Kater

Nachdem das Drama 2013 scheinbar beendet war, geht es 2015 wenig überraschend weiter. Und diesmal wirklich dramatisch. The Drama’s Done hieß der Erstling von Idle Class, der viel davon aufbieten konnte, was eine gute Punkband dieser Tage ausmachen sollte. The Drama Continues – der erste Song von Of Glass And Paper lässt daran auch wenig vermissen. Ein plakatives, aber schönes Intro, ein Singalong-Refrain bester Güte und überhaupt: Eine absolut würdige Eröffnung einer Platte.

Doch dann, ja dann, geht das Drama eigentlich erst los. Idle Class verzetteln sich Song für Song darin eine noch hymnischere Hymne nach der anderen spielen zu wollen. Dabei wiederholen sich nicht unbedingt die Songideen, sehr wohl allerdings die Songstrukturen. Mainvocals, die nur eine Stimmlage kennen, gedämpfte Akkorde, die fast immer die Überleitung zum Refrain übernehmen und ein Songwriting, das sich insgesamt übertrieben auf eben jene Refrains fokussiert. Ja, das ist über weite Strecken recht langweilig und da Idle Class gegenüber dem Vorgänger auch deutlich das Tempo rausnehmen, können sie hier über die Geschwindigkeit auch nicht viel retten.

Nicht, dass es nicht auch Lichtblicke gäbe. Die gibt es sehr wohl. I Used To Say It’s Just A Phase z. B., das sich in unter zwei Minuten stringent durch einen Offspring-Gedächtnis-Riff zieht und daraus einen treffsicheren eigenständigen Song formt. Auch das in Teilen balladesk angelegte Bring In The Harvest kann die Band durchaus auf der Habenseite verbuchen, zumal es sich klanglich mehr auszubreiten traut und damit deutlich interessanter daherkommt als andere Songs. Ansonsten: Idle Class spielen ihren Stiefel runter, der an sich übrigens nicht von der schlechtesten Sorte ist. Das auffällige und stilsichere Drumming oder die stellenweise sehr reizvoll gespielten Basslines künden mitunter davon.

Das starke The Drama’s Done war vermutlich dennoch keine Eintagsfliege oder ein bloßes Zufallsalbum. Idle Class hätten schon etwas zu bieten. Die Methoden indes, mit denen sie ihr Songwriting anrühren, sind fad geworden, die Energie und Unbeschwertheit des Erstlings sind dahin (auch die Produktion ist merklich beschwerlicher), die Hooklines eines Han Shot First gelingen nicht mehr, so dass Of Glass And Paper nicht in eben dieser Kategorie spielen kann. Vielleicht ist das aber gar kein großes Drama, schließlich kommt nach dem Höhenflug manchmal eben der Kater. Und bekanntlich geht es danach wieder bergauf.

Wertung: 4/10

Anspieltipps: The Drama Continues, I Used To Say It’s Just A Phase, Bring The Harvest

(Martin Oswald)

Idle Class – Of Glass And Paper | Uncle M | VÖ: 25.09.15 | LP/CD/digital

Radare – Im Argen

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Noch einen Scotch, bitte! Den letzten.

Filmmusik. Auch so ein seltsames Genre, wenn es denn überhaupt eines sein sollte. Und wer wird da eben nicht sofort an Fluch der Karibik, Star Wars, Indiana Jones oder James Bond denken. Die Musik ist ja beim Film nicht lediglich für Stimmung, Charakterzeichnung, Schockeffekte und dergleichen mehr zuständig, sie manifestiert sich auch, sofern sie einprägsam genug ist, im kollektiven Gedächtnis, wird zur Rezeptionsgrundlage nachfolgender Filme, Kritiken, Werkschauen und Dekaden-Kompilationen. Die Musik muss auch unabhängig vom Film funktionieren und sich entsprechend verkaufen, so zumindest die Hoffnung der Marketingstrateg_innen bei Filmproduktionen. So läuft der Hase.

Doch was ist eigentlich wenn es zur Filmmusik überhaupt keinen Film gibt, ja wenn es sich gar nicht um eine große Produktion handelt und gemessen an den oben genannten Themes nicht besonders einprägsam ist? Dann ist vielleicht der Anfangsbegriff nur falsch gewählt. Könnte sein, die Sache ist aber etwas komplizierter und hier kommen auch schon Radare mit ihrem neuen Album Im Argen ins Spiel.

Denn bereits nach den ersten Saxophon-Seufzern bei Please Let Me Come Into The Storm / Luke malt sich man Filmszenen vor’m inneren Auge. Keine actiongeladen-explosiven oder bombastischen – wohlgemerkt. Oh nein. Malen wir uns lieber aus: Das Spotlight steht auf dem gewellten roten Bühnenvorhang in der verrauchten Kellerbar und David Lynch schleicht sich aus dem Halbdunkel an, einen Scotch in der einen, eine heruntergebrannte Kippe in der anderen Hand und spielt ein unsichtbares Saxophon. So ungefähr. Es wäre deutlich untertrieben, würde man von einer Reminszenz an Lynch sprechen. Er oder genauer sein Haus- und Hof-Komponist Angelo Badalamenti sind omnipräsent, ihre musikalische Themensetzung ist geradezu Haupthandlung auf Im Argen. Die zurückhaltenden, trägen und teilweise doch dezent beschwingten Töne Radares eröffnen unweigerlich den atmosphärischen Kosmos von Twin Peaks, Blue Velvet oder Mulholland Drive.

Und doch: Radare kopieren nicht etwa. Sie wälzen die Tragik, Ausweglosigkeit und Gefangenheit im Trübsal eines Lynch-Streifen aus, entschleunigen sie und versetzen sie doch wiederum auf eine neuartige Ebene. Da wirkt Das Einsame Grab des Detlef Sammer mit Sax, Rhodes Piano und Foot High Hat schon fast wie eine reine Jazznummer, würde sich nicht eine fiese mars-voltaeske Westerngitarre darunter mischen und den Song eine verstörendere Abzweigung nehmen lassen. Auch Burroughs bleibt langsam, jazzig, nebulös und wohltuend befremdlich. Es deutet den Ausbruch an, bleibt aber doch – wie eigentlich alle Songs auf Im Argen – gefangen, unvollendet, ausweglos. In dieser Hinsicht sind Radare erstaunlich konsequent. Nicht eine Sekunde versuchen sie gefällig zu sein, stattdessen wickeln sie z. B. ein Distress, samt – (man höre und staune) doch einer Art „Explosion“ – fast zehn Minuten um die Tanzstange der verlausten Bar, in der David Lynch seinen zehnten Scotch nimmt und sich in der hintersten Ecke zum Schlafen legt. Hm, da schauen wir doch lieber Filme… Oder eben nicht.

Wertung: 8/10

Anspieltipps: Das Einsame Grab des Detlef Sammer, Distress

(Martin Oswald)

Radare – Im Argen | Golden Antenna Records | VÖ: 25.09.15 | LP/CD/digital

Schnipo Schranke – Satt

Schnipo Schranke - Satt

Fame!

Es hätte doch so wunderschön sein können mit Schnipo Schranke. Schließlich kam das Duo irgendwann mit dem Instant-Internet-Hit Pisse des Weges, wurde von Youtube dank Video-Löschung mit gratis Promotion ausgestattet und legte vor allem einen gelungen Parforceritt in Sprache und Musik hin. Ein fast perfekter Song also, der schon mehr als Lust auf ein dazugehöriges Album macht(e). Ein Album, das manche am liebsten schon als Beginn einer neuen Hamburger-Schule-Zeitrechnung stilisiert hätten. Schließlich vereinen Schnipo Schranke beim oberflächlichen Hinschauen die attribute Pop, Hamburg, Blockflöten-Studium und Mut zum erfrischend schonungs- und schmucklosen Sprachgebrauch.

Friederike Ernst und Daniela Reis sind die Erwartungen, die mancherorts in Richtung ihres Debuts Satt gerichtet wurden – politisch sollte es sein, vielleicht auch gleich feministisch, auf jeden Fall aber ziemlich intellektuell – dann aber in erster Linie scheißegal. Unterhaltung, das ist der Zentrale Antrieb hinter diesem Album. Nicht mehr, nicht weniger. Daran ist ja auch nichts Schlechtes zu finden, im Gegenteil. Man mag prinzipiell fast dankbar sein, ob der Weigerung des Duos, sich vor jedwede Karren spannen zu lassen. Schwierig wird es, wenn der Höhenflug im Zeichen des Entertainments in einer krachenden Bruchlandung endet. Und die legen Schnipo Schranke formvollendet hin. Irgendwie zumindest. Das beginnt bei der Neuaufnahme der erwähnten Single Pisse: Dem Stück wird ein wenig Geschwindigkeit genommen, dafür darf die Albumversion ein paar mehr überflüssige Spuren mitschleppen. Und verliert so auf Seiten der Musik jeglichen Charme.

Dass der Song dennoch ohne Zweifel zu den Highlights der Platte zählt, liegt daran, dass mancherorts der erwähnte Charme gleich komplett fehlt. Weil Texte in unprätentiösem – nicht aber derben – Gewand zwar durchaus erfrischend sind, aber „Fotze“ auf „Kotze“ zu reimen trotzdem noch lange nicht akzeptabel ist. Gerade wenn es auf Albumlänge geschieht. In jedem einzelnen – pardon – verdammten Song. Schnipo Schranke, das sind Reimschemata, die Pur in Rekordzeit freiwillig ins Abenteuerland vertreiben könnten. Für immer. Schnipo Schranke, das ist außerdem ein arg offensichtliches Produkt. Da ändert es nichts, das man freimütig zugibt, den Mainstream im Blick zu haben. Satt wirkt schon beim flüchtigen Hinsehen verdächtig konstruiert und in Haltung und Themenwahl bemüht zeitgemäß. Ein genauerer Blick bringt keine Abhilfe, sondern bestätigt genau dies. Und trotzdem macht das Duo Spaß. In kleinen Dosen. Im wundervollen Schnipo-Song, oder dem unwiderstehlichen Cluburlaub zum Beispiel. Dann sind Schnipo Schranke pures Gold. Ansonsten sind sie manchmal nervig und meistens okay. In erster Linie aber erschreckend egal.

Wertung: 5/10

Anspieltipps: Schnipo-Song, Pisse, Cluburlaub

(Martin Smeets)

Schnipo Schranke – Satt | Buback / Indigo | VÖ: 04.09.2015 | LP/CD/Digital

Conveyer – When Given Time To Grow

Conveyer - When Given Time To Grow

#mussmanwissen

Es ist bisweilen nicht einfach, mit dringlichen Empfehlungen umzugehen. Genauer gesagt mit Formulierungen, wie „100 Bands you need to know 2015.“. Genau diesen Satz stellt der Beipackzettel zum zweiten Album von Conveyer nämlich ganz voran. Und sorgt mit jenem aufdringlichen Statement – das im übrigen aus diesem Hause hier kommt – erst mal für Irritationen. Was ist, wenn jemand keinen Bock hat, sich Jahr für Jahr durch 100 verschiedene Kapellen zu hören? Darf man auch mehr kennen? Sollte man dieses Marktgeschrei im #mussmanwissen-Style nicht besser in den Wind schießen? Und vor allem: Haben Conveyer das denn eigentlich nötig?

Trotz anders lautender oberflächlicher Vorzeichen – man nehme nur den Labelnamen und die Converge-Gedächtnisoptik – landet die Antwort bei einem eindeutigen „Nein“. When Given Time To Grow schert sich einen Dreck um jedwede Vorverurteilungen und geht mit dem Opener Shining nach wenigen Sekunden so beherzt nach vorne als gälte es, den melodischen Hardcore im Alleingang vor dem Untergang zu retten. Nur dass dieser eben nicht vor dem Untergang steht. Und nicht zuletzt dank der hier versammelten elf Songs in näherer Zukunft nicht vor dem Untergang stehen wird. Weil hier die Lust auf die eigenen Songs selbigen aus allen Poren tropft. Weil Haven nach einem mustergültigen Breakdown einen Singalong-Part auffährt, der gefälligst in sämtlichen Genrelehrbüchern zu stehen hat. Weil der heisere Vortrag von Sänger Danny Adams mit Leichtigkeit all die Leidenschaft transportieren kann, die die Band in ihre Songs wirft.

Da geht selbst der kurze Ausflug in balladeske Gefilde von Cage unfallfrei über die Bühne, weil man clever genug ist, nur Teile des Songs sanft zu gestalten und in unter zwei Minuten doch zu einem furiosen Finale gelangt. Und da kann man durchaus auch damit leben, dass When Given Time To Grow nicht nur darauf verzichtet, irgendwelche Räder neu zu erfinden, sondern bisweilen kurz Gefahr läuft, etwas arg formelhaft zu agieren. Dann aber kommt die Band mit Songs, wie dem flinken Ruined oder der melodischen Kante von Resist_Admit daher und zerstreut jegliche Bedenken. Conveyer? Muss man kennen.

Wertung: 7/10

Anspieltipps: Shining, Haven, Cage, Daughter

(Martin Smeets)

Conveyer – When Given Time To Grow | Victory | VÖ: 04.09.2015 | LP/CD/Digital

Envy – Atheist’s Cornea

Envy - Atheist's Cornea
Genremaßstab

Fast ein bisschen schade, dass Envy ihr sechstes Album ausgerechnet im Sommer veröffentlicht haben. In der Jahreszeit also, in der man wohl am wenigsten Zeit, Laune und Muse für derartige Klötze hat, die Envy liefern. Oder, um es eingangs noch vorsichtig auszudrücken, bislang geliefert haben. Fünf Jahre ist immerhin die letzte Platte schon her und die Möglichkeit, dass ihr perfektionierter Mix aus Postrock und Hardcore in eine andere Richtung ausschlagen könnte, war zumindest denkbar. Doch um diese und ähnliche Spekulationen, die hinsichtlich dieser Veröffentlichung im Vorfeld umherkreisen könnten sogleich zu zerstreuen: Envy bleiben natürlich Envy.

Das heißt nun wiederum nicht, dass sie stets auf einem Fleck stehen blieben, aber wirkliche Überraschungen darf man selbst nach fünf Jahren nicht erwarten. Und so schadet es nicht, die elendig heißen Sommertage verstreichen zu lassen, um sich Atheist’s Cornea mit voller Aufmerksamkeit und Hingabe zuwenden zu können. Der Herbst bietet den optimalen Rahmen – sagen wir einfach mal. Und so gibt es – wer dem Lautstärketest zu Beginn von Blue Moonlight ohne großen Schrecken entkommt – einiges zu entdecken. Wie Envy zum Beispiel dieses derart fies attackierende Lied an der Leine zu halten wissen und trotz hastigem Drumming und Shouting einen fast schon andächtigen Song zu formen wissen. Mit eigentlich ungeeigneten Mitteln wohlgemerkt. Es ist sowieso nicht so exakt auszumachen, wodurch Envy ihren Songs solche Tiefe und Größe verleihen, die sie fraglos scheinbar leichtfüßig über dem Genredurchschnitt schweben lassen. Denn so viel machen sie eben auch nicht anders als andere, die ihrem Screamo/(Post-)Hardcore reichlich Postrock untermischen.

Und doch sind die Verspieltheiten und Streichereinlagen am Ende des Siebenminüters Shining Finger ganz besondere, wunderschöne, ja einzigartige Momente. Und doch scheint sich bei Ticking Time and String eben dieses ganze Genre völlig entblößt und in seiner Essenz zu offenbaren. Man möchte nicht allzu ungehalten wirken und behaupten in solchen Momenten seien Envy unerreicht, der Gedanke drängt sich aber auf. Wenn sie im Anschluss aber mit Footsteps in the Distance das beste Lied der Platte hinterherwerfen, ist sowieso kaum ein anderes Urteil sinnvoll.

Envy sind und bleiben mit Atheist’s Cornea Maßstab ihres Genres und vereinen Widersprüche auf elegante und erhabene Weise. Wie sie Härte aufzuweichen, Songs behutsam aufzubauen und wieder zu zerschlagen und wärmste Passagen unerwartet und augenblicklich einzufrieren wissen. Das ist bewundernswert. Envy spielen befreit und offenherzig auf und bleiben dennoch in jeder Sekunde unnahbar und rätselhaft. Ein Stück weit mag das auch an den bloßen Andeutungen durch die englischsprachigen Songtitel liegen, deren in japanisch vorgetragene Inhalte dem mitteleuropäischen Ohr verborgen bleiben. Letztlich entscheidet aber ohnehin die Musik. Und die ist, alle Zurückhaltung beiseite gelegt: Spektakulär!

Wertung: 9/10

Anspieltipps: Shining Finger, Ticking Time and String, Footsteps in the Distance

(Martin Oswald)

Envy – Atheist’s Cornea | Rock Action Records | VÖ: 10.07.15 | LP/CD/digital

The Good Life – Everybody’s Coming Down

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Müssen nur wollen

Eigentlich sollte man ja so mancherlei Kunst nicht zwingend an ihren Urheber_innen festmachen. Um das zu untermauern könnte man jetzt zu einem weitläufigen Exkurs in komplexe Theoriegebilde abdriften. Oder einfach Jacob Bannon erwähnen, der für Converge mühelos zwischen wütend-entmenschtem Geschrei und höflichen Ansagen wechseln kann. In wenigen Augenblicken. Wenn aber die Sprache auf Tim Kasher fällt, kommt man nicht umhin, seine Person und die Beschreibung der Musik einzupflegen.

Weil seine Songs einfach genau so klingen, wie Kasher eingedenk seiner Diskographie zu sein scheint: Ruhelos. Bis an die Schmerzgrenze. Immerhin ist der Typ unter eigenem Namen, als Cursive und als The Good Life unterwegs und taucht so nebenbei noch auf diversen Alben anderen Künstler – wir führen hier mal Bright Eyes als Beispiel an – auf. Ein getriebener Geist also. Und ein unsteter. Schließlich musste man auf ein neues Album von The Good Life geschlagene acht Jahre warten. Ehe es völlig unvermittelt des Weges kam. Und jetzt unter dem Titel Everybody’s Coming Down bewertet werden will.

Und ja, Everybody’s Coming Down tönt im ersten Rundumblick in etwa so unübersichtlich, wie das Schaffen seines Schöpfers. Forever Coming Down denkt nicht eine Sekunde daran, seinen Anarcho-Indie zu Gunsten einer nachvollziehbaren Melodie ein wenig in den Hintergrund zu stellen und gewinnt genau dadurch an Faszination. Aber eben auch an Nervpotential, sofern man von dem Stück auf dem falschen Fuß erwischt wird. Dann aber ist jede Beschäftigung mit diesem Album ohnehin müßig. Weil man einfach Lust haben muss, auf diese leidenschaftlich kratzbürstige Oberfläche und die überall lauernde Verweigerungshaltung. Die ihren Hörer_innen unter dem Titel Happy Songs demonstrativ ein flüchtig hingeworfenes Interlude verkauft. Sollen die doch sehen, was sie damit anfangen können.

Zum Glück aller Beteiligten ist Kasher jedoch zwischendurch auch immer wieder mal geradezu gnädig gestimmt. Im furiosen Skeleton Song etwa, der sich zwar hinter einem etwas lang geratenen Intro versteckt, dann aber sowohl lyrisch als auch musikalisch umso eindrücklicher los poltert. Am allerbesten ist die Platte aber vor allem, wenn das Poltern ausbleibt und Kasher und Band darauf verzichten, jeden versöhnlichen Ton zu versägen. Dann entstehen Songs, wie das fünfminütige How Small We Are. Oder das wahrhaft anrührende The Troubadour’s Green Room, in dem Kasher erklärt, für wen und was er den ganzen Käse überhaupt erst macht. Und so das definitive Highlight der Platte entstehen lässt. Weil er den Worten ein komplett ausformulierten Song spendiert.

Das geschieht nämlich bei weitem nicht immer, wie schon nach dem jäh beendeten – und dennoch enorm gelungenen – Intro 7 In The Morning deutlich wird. Immer wieder nehmen die Stücke völlig unvermittelte und harsche Wendungen, immer wieder fasern die Ideen einfach ins Nirgendwo aus. Was schade ist, weil es die meisten Ideen verdient hätten, zu Ende gedacht zu werden. Es passt zum kauzigen Kasher, dass er eben diese Tatsache mit dem Schlussstück Midnight gleich noch eindrucksvoll unterstreicht, wo er die im Intro angedeutete Melodie nochmal aufgreift und doch noch einen richtigen Song daraus macht. Als ob er zeigen wollte, was er könnte, wenn er denn nur wollte. Vielleicht ja beim nächsten Mal.

Wertung: 6/10

Anspieltipps: The Troubadour’s Green Room, Skeleton Song, How Small We Are, Midnight

(Martin Smeets)

The Good Life – Everybody’s Coming Down | Saddle Creek / Cargo | VÖ: 14.08.2015 | LP/CD/Digital