Kurzformat #4

Sundara Karma – EPI

Da haben ein paar Leute ein todsicheres Gespür für Namen, über die man zwangsläufig stolpern muss. Sundara Karma hört man nicht jeden Tag. Und den Titel der Single, Indigo Puff, genauso wenig. Aber das ist nebensächlich. Weil im Falle von Sundara Karma ganz schnell der Fokus in Richtung ihrer Musik rückt. Zumindest auf dieser EP. Irgendwo zwischen dem Hitpotential früherer Wombats und dem Sound von Alvvays empfehlen sich diese vier Stücke nachdrücklich als Kleinode des Indiepop. Eingängig, aber nicht einfältig. Ein Versprechen für die Zukunft. [Believe Recordings| VÖ: 23.2.2015] – (ms)

Mynth – Polar Night

Weniger Indie, mehr Pop: Dafür stehen Mynth. Auf den ersten Blick. Wenn man genauer hin hört, entdeckt man aber auch eine Liebe zum Dunklen und Verrätselten. Songs, die wie gemacht scheinen für späte Stunden im Club und dennoch nicht flach oder stumpf sind. Gesetz dem Fall, man kann ansatzweise etwas mit Elektropop anfangen. Dann erhält man drei wundervoll mysteriöse Songs. Und mit I’m Good einen kleinen Hit. [Seayou Records | VÖ: 06.2.2015] – (ms)

ANCST/AST – Split

Kommen wir nun zu einem Genre, das nach den Ausführungen über Elektropop zwangsläufig kommen muss: Black Metal. Und somit zu ANCST und AST, die sich zusammen getan haben, um eine Split aufzunehmen, die hier streng genommen überhaupt nichts zu suchen hat. Schließlich ist das hier mitnichten eine EP. Ist uns aber völlig egal, schließlich ist dieses Teil viel zu gut, um es zu verschweigen. ANCST prügeln sich vier Mal mit merklicher Hardcore-Schlagseite durch ihre durchaus melodieverliebten Stücke (und nehmen sich sogar mal zwei Minuten Zeit für ein Interlude). AST schwören der Melodie auch nicht unbedingt ab, gehen aber etwas brachialer vor. Acht Songs, durch die Bank unbedingt hörenswert. [Vendetta Records | Februar/März]- (ms)

Bad Ideas – The Better Parts Of You

Und weil wir heute irgendwie Bock auf wilde Stilbrüche haben, folgt auf Black Metal jetzt noch eine schöne Runde Punkrock. Mit den Bad Ideas. Ob diese EP nun wirklich eine schlechte Idee war, darf im Übrigen gerne bezweifelt werden. Schließlich setzt sich der Vierer aus Leeds zielsicher zwischen den Stühle, die Weezer und The Smith Street Band aufgestellt haben. Nicht die schlechtesten Referenzen also. Und ja: The Better Parts Of You macht mächtig Spaß. Man freue sich auf ein Album. Und besuche zwischen 06. und 16. März ein Konzert. Dann ist die Band nämlich auf Akustik-Tour. [Uncle M | VÖ: 07.11.2014] – (ms)

Kurzformat #3

LoveA_KoeterLove A/Koeter – Split

Was, schon wieder eine Split von Love A und Koeter? Nein, also das Ganze ist natürlich schon eine Weile her, sei aber hiermit nachgereicht. Koeter haben erst kürzlich ihr Debütalbum veröffentlicht, Love A schieben ihr drittes im März nach. Für diese 12″ Split haben sie sich bereits im Sommer zusammengetan. Jeweils 2 Songs plus jeweils einen Remix (Antilopen Gang bzw. Killerlady 666) gibt es darauf, die eine sehr repräsentative Auskunft über das musikalische Werk beider Bands geben. Die Punkdisconummer Die Die Die Love As gehört dabei sogar zu ihren besten Songs. Koeters Beste Affen muss sich davor allerdings auch nicht verstecken. [Rookie Records | VÖ: 19.09.14] – (mo)

Road To Manila - OarsRoad To Manila – Oars

Diese kleine 7″, die es auch digital gibt, ist ein wahrer Goldschatz. Nicht nur das alles überstrahlende, fast 6-minütige Bon-Iver-Cover Perth, auch die beiden anderen Songs, Oars und Reflect sind wunderbare Vereinigungen von Krach und Melodie und dürften Road To Manila zu einem vielbeachteten Vertreter des melodischen Hardcore machen. Wenn sie das nicht eh schon längst sind. Viel besser kann man das Konzept einer 3-Song-EP gar nicht gestalten. [Beyond Hope Records | VÖ: 14.12.14] – (mo)

ABAY - The BoatABAY – The Boat

Besonders kreativ war Aydo Abay bei der Namensgebung seines aktuellen Projekts nicht: ABAY. Nachdem es im vergangenen Jahr schon eine sehr ausführliche EP namens Blank Sheets gab, kommt nun ein eher schlankes Kleinformat. Drei Songs inklusive einer Akustik-Version von All Sorrow gibt es auf dieser Single zu hören, wobei natürlich insbesondere der Titeltrack hervorsticht. Abay zeigt hier ein ums andere Mal welch ein Pop-Genie in ihm steckt. Ob die Seifenoper um seinen Blackmail-Ausstieg vor mittlerweile sieben Jahren endlich solch ein versöhnliches Ende nehmen sollte? Hoffentlich. Unbedingt mehr davon. [Believe Digital | VÖ: 06.02.15] – (mo)

Point Baker - Whats a Point BakerPoint Baker – What’s a Point Baker?

Point Baker ist nicht nur ein unsagbar kleines Kaff irgendwo im Nirgendwo des Südzipfels Alaskas, sondern auch eine Regensburger Alt-Country/Indie-Band. Damit wäre diese Frage schon einmal beantwortet. Um eine Antwort darauf zu finden, was Point Baker eigentlich so sind, sollte man allerdings etwas gründlicher in die Debüt-EP reinhören. Man wird es nicht bereuen. Sechs kleine und (manchmal zu) unaufgeregte Indie-Songs, denen im Kopfkino die Pedal Steel endlose Weiten und Tiefen der Prärielandschaften des Mittleren Westens verleiht. Dabei schiebt sich dieses vergleichsweise seltene Instrument gar nicht in den Vordergrund. Im Gegenteil. Mal akzentuiert es die Melodien, Mal zieht es sie über Taktgrenzen hinaus. Die Zurückhaltung und Zurückgelehntheit macht dieses Album aus. Dadurch wirken die Höhepunkte dezenter und konzentrierter, aber auch ausdrucksstärker. Die zweite Hälfte von Vacant Home etwa, der Anfangsriff von El Jefe oder der kurzzeitige und wunderbare mehrstimmige Gesang kurz vor Ende von Rose. Oder der beste Song der Scheibe: Run For The Hills. What’s a Point Baker? A pretty good band. [VÖ: 01.01.15] – (mo)

Kurzformat #2

 

The Adolescents+Svetlanas – Hot War

Das auf dieser Split 7″ hauptsächlich Punk(rock) dargeboten wird, dürfte jetzt niemanden wundern. Schließlich sind The Adolescents beteiligt. Und die kennt man ja nun nicht unbedingt erst sein ein paar Minuten. Svetlanas sind da schon wesentlich unbekannter. Die russische Punkband bereichert diese Split aber um wirklich räudigen Punk alter Schule. Das ist dann zwar nicht besonders subtil, geht aber ungemein direkt nach vorne und macht entsprechend Laune. [Altercation Records|VÖ:13.01.2015] (ms)

 

No King. No Crown – Homesick

Schön, wenn man noch überrascht werden kann. Hinter dem Namen No King. No Crown verstecken sich kleine Singer/Songwriter-Stücke, die nach der Einsamkeit irgendwelcher vergessener Highways irgendwo in Idaho klingt. Staubig, melancholisch, weitläufig. Der Künstler hinter diesen zwei beachtlichen Songs kommt aber aus Dresden. Aber das nur nebenbei. Viel wichtiger: Diesen Namen sollte man sich merken. [Flix Records|VÖ:30.01.2015] (ms)

 

Boysetsfire+KMPFSPRT – Split

Wer hier zu Gange ist, muss nun wirklich nicht mehr erklärt werden. Die großen Boysetsfire und KMPFSPRT haben sich zusammen getan, um Sea Sheperd zu unterstützen. Dafür veröffentlichen sie nicht längste bekannte Songs noch einmal, sondern präsentieren Coverversionen, mit denen so nicht zu rechnen war. Boysetsfire nehmen sich Miley Cyrus vor, während KMPFSPRT ein Stück der Münchner Freiheit zum Punkrocker umwandeln. Gibt es also einen Grund, sich diese Split nicht zu holen? Wir finden: Nein! [Uncle M|VÖ:21.01.2015] (ms)

 

CallmeKAT – Hidden Waters

Mit Punkrock hat Katrine Ottosen aka CallmeKat wenig bis gar nichts zu schaffen. Viel lieber bastelt sie luftig-verspielten Indie-Pop mit spinnierten Keyboards und einem allgegenwärtigen Hang zum Psychedelischen. Das klingt nicht immer nachvollziehbar, aber doch immer enorm interessant. Wieder ein Name, von dem man noch hören wird. [Pixiebooth|VÖ:13.02.2015] (ms)

Kurzformat #1

 

Rivershores – Fuck It, Dude! Let’s Get Wasted!

Zugegeben, weder Albumcover noch der Titel machen besonders viel Lust diese EP auch wirklich zu hören. Wer sich aber darauf einlässt, bekommt eine gute Portion Pop-Punk, dargeboten mit einem Ausmaß an Spielwitz und Charme, die man nun wahrlich nicht hinter der äußeren Präsentation vermutet hätte. Kann man machen, zumal die Band ein nicht zu leugnendes Gespür für unwiderstehliche Melodien und textlich überraschend viel zu bieten hat. [Uncle M|VÖ:23.01.2015] (ms)

 

I, The LionI, The Lion – Run

Wesentlich ernsthafter als die oben vorgestellten Kandidaten präsentieren sich I, The Lion. Die Fahrwasser, in denen sich das Trio aus Cheltenham am wohlsten fühlt, sind ganz eindeutig gefüllt mit schwermütigem Post-Punk. Was nicht heißt, dass es schon wieder eine Band mehr gibt, die versucht, wie Touché Amoré zu klingen. Dafür ist Run dann auch schlichtweg zu abwechslungsreich und fintenreich. Wer unbedingt will, könnte an den Instrumenten eine gewisse Hinwendung zu Antemasque erahnen. Aber wirklich nur erahnen. Wie dem auch sei: Sehr hörenswert, das. [VÖ: 09.02.2015] (ms)

 

AbramowiczAbramowicz – Generation

Im Normalfall stellt es uns ja bei solchen Begriffen, wie „Folk-Punk“ so ziemlich alle verfügbaren Nackenhaare gen Firmament. Warum? Weil es im Jahre 2015 nun wirklich keine Sensation mehr ist, wenn eine Band versucht, diese Pole zu verbinden. Es sei denn, man hat noch nie etwas von Against Me! oder so gehört. Wie dem auch sei: Diese Band hier wird – da gehen wir jede Wette ein – ihren Weg machen und zukünftig öfter mal Thema in großen Musikmagazinen sein. Ach, bevor wir es vergessen: Völlig zurecht! [Sportklub Rotter Damm|VÖ:16.01.2015] (ms)

 

Rowan OakRowan Oak – It’s Hard To See You Clearly

Weniger wird man in großen Musikmagazinen vermutlich von Rowan Oak hören. Das klingt jetzt ein bisschen gemein, ist aber eigentlich nur der Tatsache geschuldet, dass die Welt eben manchmal ein irgendwie doofer Ort ist. Und vielleicht auch ein bisschen daran, dass diese drei Songs als Musikkassette erscheinen, die auch noch auf fünfzig Stück limitiert ist. Wer noch in der Lage ist, solche Teile abzuspielen, sollte sich das Tape aber un-be-dingt holen, präsentieren Rowan Oak auf selbigem doch drei mal Emo-Punk der wirklich hervorragenden Sorte. [Colossus Tapes|VÖ: 30.01.2015] (ms)