Against Me! – White Crosses

Sellout! So ziemlich jede Punkband auf diesem Planeten dürfte diesen Vorwurf irgendwann einmal gehört haben oder wird ihn irgendwann zu hören bekommen. Nun also auch Against Me!. Der als ziemlich räudige DIY-Folkpunk-Kapelle gestartete Vierer um Tom Gabel schert sich allerdings recht wenig um derlei Albernheiten und legt mit White Crosses sein bisher glattestes und am stärksten dem Pop zugewandtes Album vor. Und es geht gut.
Zwar befreit von jeglicher Aggressivität und ohne dem kleinsten Kratzer im Sound aber dafür mit herrlicher Melodie stampft der Titeltrack unbeirrt vorneweg. „I want to smash them all“ singt Gabel im Refrain und man ist geneigt, ihm bedingungslos zu glauben.
Das folgende „I was a teenage anarchist“ ist dann ein lupenreiner Hit, trotz bissig-desillusioniertem Textgeschaffen für offene Autofenster und hochgereckte Bierdosen am See. Das geht sich gut an und bleibt auch auf Albumlänge gut. Against Me! versöhnen Punk und Pop und leisten sich dabei nur wenige Fehltritte. „We’re breaking up“ ist ein solcher. Die scheinbare Fortsetzung von „Borne on the FM Waves of the Heart“ gerät viel zu flach und wird so zum Tiefpunkt einer Platte.
Ansonsten bleibt die Band konstant auf recht hohem Niveau unterwegs, hat mit „Spanish Moss“ noch mal ein Highlight parat und spendiert den alten Fans zur Versöhnung auch noch das Raubeinige „Rapid Decompression.“
Obendrauf gibt es noch satte vier Bonustracks, bei denen nicht ganz klar wird, warum sie es nicht regulär auf die Platte geschafft haben. Gerade der endgültige Abschluss „Bitter Divisions“ ist einer der absoluten Höhepunkte der Platte.
Wenn so Sellout klingt, sollen dieser Band – auch wenn sie dem Major-Label inzwischen wieder den Rücken gekehrt haben – die ganz großen Bühnen doch bitte gegönnt sein, hat sie doch mit White Crosses das bessere The Gaslight Anthem-Album aufgenommen.

7/10

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*