After The Fall – Dedication

After The Fall - DedicationDenkmal

Es ist unmöglich Dedication, das fünfte Album von After The Fall, ohne Berücksichtigung der Hintergründe zu besprechen. Der Gründe vielmehr, ohne die es dieses Album nicht geben würde. Das klingt zwar zunächst nach einer Allerweltsfloskel mit der gerne Bedeutsamkeit herbei geschrieben wird, ist sie im Fall von After The Fall aber nicht. Bassist Brian Peters ist im Oktober 2013 im Alter von 29 Jahren an Krebs verstorben. Das Album ist ihm gewidmet, ja nicht nur das. Es ist in gewisser Weise ein Konzeptalbum, das sich mit dem Leben und Tod von Peters und der Erinnerung an ihn beschäftigt.

Was für die Band sicherlich keine leichte, aber wichtige Art der Verarbeitung des Todes eines Bandmitglieds ist, riecht allerdings auch verdächtig nach Kitsch. 10 Songs mit Titeln wie Dedication, Condolences oder Lived Fast, die eine so offensive, persönliche und intime Auseinandersetzung mit dem verstorbenen Freund – und das auch noch auf einer Punkrock-Platte – wählen, können schon einmal skeptisch beäugt werden. Bei allem gebotenen Respekt kommt man um die Frage nicht umhin: Ob das gut geht? Und um er kurz zu machen: Ja. Und wie!

Dabei ist Dedication übrigens alles andere als ein trauriges Album wie man ob des Themas vermuten könnte. Es ist eine Ode an den Punkrock und einen Freund, der diesen liebte. After The Fall fackeln nämlich nicht lange und legen sich bereits mit dem Intro von Reflection (das eher eine Ansammlung zehn ineinander verschachtelter Intros ist) mitten rein in die fetzigsten Melodien, die Punkrock überhaupt aufbieten kann. Mit einer gigantischen Schlagzahl reihen sie Ohrwurmrefrain an Ohrwurmrefrain, brennen ein Feuerwerk nach dem anderen ab und benötigen dafür insgesamt keine 20 Minuten. Auf die Plätze! – Los! – Fertig.

After The Fall pendeln zwischen klassischem Skatepunk und seiner etwas härteren Version à la Propagandhi (besonders auffällig bei Ill Fate), verstehen sich jedoch stets darauf keinen Riff zu viel zu spielen und verzetteln sich an keiner Stelle. Brian Peters ist bei all dem omnipräsent, die Textzeilen sind nicht nur ihm gewidmet, viele gehen auch direkt an ihn. „And we’ll miss you so fucking much“ (Reflection), „You are the reason this band exists / you are the glue to our friendship“ (Lived Fast), nur um zwei Beispiele (von vielen) zu nennen. Elisa und Condolences wiederum verneigen sich vor der Freundin bzw. den Eltern des Verstorbenen und komplettieren damit die Erinnerung an einen Menschen, dem mit diesem Album ein wirklich beeindruckendes Denkmal gesetzt wurde. 

Wertung: 8/10

Anspieltipps: Reflection, Condolences, Ill Fate, Lived Fast

(Martin Oswald)

After The Fall – Dedication | Bridge 9 / Soulfood | VÖ: 15.05.15 | CD/LP/digital

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