Oiro – Meteoriten Der Großen Idee

Oiro - Meteoriten der großen IdeeGenauer hingeschaut

Na klar, Fröhlichkeit ist Oiros Sache nicht. Zumindest auf den ersten Blick. Und auf den zweiten. Und überhaupt. Vielmehr ist ordentlich Trostlosigkeit angesagt – wohin man sieht. Das fängt schon beim Cover an, das neben viel Grau einer tristen Häuserfassade auf den ersten Blick, bei genauerem Hinschauen noch mehr Tristesse offenbart: Essen-Steele 1984, ein Stuntman fliegt mit Raketenrucksack begleitet von tausenden Blicken durch die Gegend, ein Fest scheint im Gange und wirkt doch nicht feierlich. Diese von Reinhard Krause fotografisch eingefangene Szenerie befremdlicher Alltagsflucht könnte für das vorliegende Album nicht passender sein. Ein Fest, zum Feiern jedoch ungeeignet.

Denn auch die Musik trieft nicht gerade vor Freude. Karge und schmucklose Songs, die mehr schmerzen als gefallen. Die vermeintlich mut- und antriebslos vor sich hin gammeln als wären sie in den 80er Jahren aus dem Straßenschmutz des Ruhrpotts zusammengekehrt und liegen gelassen worden. Meteoriten Der Großen Idee, das dritte Album Oiros, ist quälend und öde. Und doch, wenn man ganz genau hinschaut, durchzieht die tonangebende Lethargie allenthalben ein Veränderungsanspruch, ein Abwehrkampf, der die Abstumpfung überwinden will und große Ideen in humorvoll-befremdliche Worte kleidet. Der Kampf ist nicht heroisch, er ist zäh und anstrengend. Aber er wird geführt und das allein zählt!

Oiro bewegen sich musikalisch – welch Wunder! – grob im Fahrwasser von Oma Hans, Dackelblut (und anderen Rachut-Konsorten) und EA80, auch thematisch sind für deutschsprachigen Punk keine unbekannten Größen dabei, wenngleich Oiro lyrisch durchaus in einer eigenen Liga spielen. Sie schätzen eine spröde, aber bildhafte Sprache, die sich kunstvoll mit harten Alltagsbegriffen mischt. Wenn Ein Friedhof Mit Nur Einem Grab seine zweckhaft und technisch auslassende Objekt-Verb-Konstruktionen leidenschaftslos aufzählt, Baumarkt in wiederholender Destruktion (und mit nerviger Flöte unterlegt) festhält: „Ich gehe in den Baumarkt in [beliebige Stadt einfügen] / Kaufe eine Säge, die sie verkaufen / Baue mir ein Haus / Ich zieh’ sofort wieder aus“ oder Das Ist Kein Camping sich mit vermeintlich unterkühlter Härte dem Thema Flucht widmet, dann sind das wahrlich großartige Momente. Wie viele weitere.

Überall auf Meteoriten Der Großen Idee lohnt es sich genauer hinzuschauen. Die bittere Resignation Oiros ist eben nur eine scheinbare, die sich als graue Fassade vor der menschlichen Verletzlichkeit aufbaut, um Angriffe abzuwehren und insgeheim darauf hofft sich einmal selbst einreißen zu können. Es ist eine Überlebensstrategie und Waffe – was M wie Musik und L wie Lyrik eben so sind oder um mit Oiro zu sprechen: „K wie Krieg und Kinderzimmer / H wie Heckler und K wie Koch“ (Holiday in Deutschland).

7,5/10

Oiro – Meteoriten Der Großen Idee | Flight 13 | VÖ: 30.10.15 | LP/CD/digital

Michael Lobesan + The Aharonov Boom Effect | 20.11.15 | W1 (Regensburg)

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Der November hat traditionell eine ordentliche Konzertdichte und steht sich dabei manchmal selbst ein bisschen im Weg. Dann nämlich, wenn unweit voneinander zeitgleich zwei unterschiedliche Konzerte stattfinden, die zumindest im Groben auf ähnliches Publikum hoffen können: Die Regensburger The Holy Kings, die im Büro ihr allerletztes Konzert samt allerletztem Album (Losing the Bond to Society) gaben und Michael Lobesan, der wiederum im W1 die Veröffentlichung seines ersten Solo-Albums Orphans feierte. Punkrock und „Melancholy Rave“ mögen soweit beieinander nun auch nicht liegen, ähnliche Szene- und Bekanntenkreise ließen dennoch eine gewisse Konkurrenzsituation aufkommen. Wir haben uns für letzteres entschieden.

Da sind zunächst einmal The Aharonov Boom Effect aus München, die einstimmen sollten. Etwas um die Ecke gedachte elektronische Musik mit allerlei Beat-Spielereien, zerfahrenen Melodien und einem auffällig ausschweifenden Gesang. Das ist so schlecht nicht, wenn auch ordentlich chaotisch und wäre um 3 Uhr nachts im Club deutlich besser aufgehoben als als Support um halb zehn im W1. So wird mit Visuals (mittlerweile wohl eine Pflicht für elektronische Bands) eine Clubatmosphäre imitiert und mit wummerndem Bass Tanzbarkeit simuliert, die schnell wieder verpuffen.

Michael Lobesan kann auf bessere Startbedingungen hoffen, zumal seine Art elektronischer Musik vorwiegend auf gemächliches Tempo, sanfte Klänge, leichte Melodien und viel Atmosphäre setzt. Der Postrock, der Michael Lobesan durch seine Hauptband Wassermanns Fiebertraum allzu vertraut ist, dringt durch sein Gitarrenspiel permanent durch und trägt seine verträumt und gefühlvoll arrangierten Songs auch inmitten von knarzigen Synthieklängen und knackigen Beats hoch und weit.

Doch der Abend steht insgesamt nicht wirklich unter einem guten Stern. Von vorne bis hinten will Michael Lobesan (der live von The Aharonov Boom Effects Timotheus unterstützt wird) Orphans spielen, muss aber unterdessen mehrmals den Monitorsound korrigieren lassen und deswegen sogar auch einen Song abbrechen und neu beginnen. Mehrere Minuten verstreichen im Ungewissen, auch weil selbst im Publikum zu spüren ist, dass der Bühnensound ein einziges Spannungsfeld ist, das nur durch Glück nicht funkt und raucht. Das alles wirkt nicht nur unrund, sondern ist für einen Solomusiker auch einigermaßen überraschend. Ein Stimmungskiller, zumal für atmosphärische Musik, ist dies sowieso und bleibt an diesem Abend leider mehr im Gedächtnis als Michael Lobesans gutes Album.

EP: Muncie Girls/Sandlotkids | Kála | City Light Thief | Ära Krâ

MuncieGirls_SandlotkidsMuncie Girls/Sandlotkids – Split Single

Die Split Single ist mittlerweile schon ein Weilchen draußen, aber dafür nicht minder spannend. Stilistisch passen Muncie Girls und Sandlotkids nicht unbedingt zusammen, doch erfüllt diese 4-Song-Split genau das, was sie erfüllte sollte. Zwei Bands zusammenzubringen, die von einander profitieren könnten, einen Einblick in das jeweilige Schaffen zu gewähren und ganz wichtig: Nicht überflüssig zu sein. Das gelingt solchen kleinen Scheiben, die man auf dem Plattenteller dauernd herumdrehen muss, nicht immer. Hier jedoch geht alles auf. Muncie Girls aus Exeter schicken Gone With the Wind von ihrer 2016 erscheinenden LP und Ramones‘ Pet Sematary ins Rennen, das sie mit ihrem nachdenklichen, nicht allzu stürmischen Poppunk hervorragend covern. Während Muncie Girls aber geradezu beschwingt klingen, gehen Sandlotkids aus München deutlich verträumter, ja trauriger zu Werke und sparen nicht an Pathos und großen Gesten. Das macht aber gar nichts, im Gegenteil. Solange mit Dramatic Comedy und Wide Awake Songs herauskommen, die selbst Brand New schmecken würden.

[Uncle M | VÖ: 19.10.15]
Muncie Girls:


Kala_thesis_2500x2500Kála – Thesis

Vor einem Jahr hieß es bei Kála noch Antithesis. Mit Thesis kommt nun die zweite EP der Innsbrucker digital via Uncle M. Nach der Antithese folgt also die These und stellt die platonische Argumentationsdialektik auf den Kopf. Auffallend dabei: Der Vorgänger lässt sich um drei Songs mehr Zeit, die finsterer und musikalisch differenzierter gehaltene Antithesis scheint sich also umständlicher artikulieren zu müssen, während die Thesis klarer und präziser daherkommt. Das mag nicht nur an der deutlich besseren Produktion liegen. Auch ist der Gesang bissiger und sind die Songs schwungvoller arrangiert. Dabei sind beide EPs aber auch gar nicht so unterschiedlich und keine der beiden wirkt wie eine Widerlegung der anderen. Mit Thesis widerlegen Kála allenfalls die mögliche, kritische Sichtweise, sie seien eine harmlose Band, zumal es ihnen gelingt im übersättigten Genre Post-Hardcore aufzufallen. Da macht es auch nicht so viel aus, wenn ein Song wie Tristesse doch ein bisschen harmlos wirkt, wenn mit Helena sogleich die Widerlegung folgt. Kála? Sollte man auf dem Schirm haben, spätestens falls irgendwann einmal die Synthesis kommen sollte.

[Unlce M | VÖ: 13.11.15]


 

Cover_ShameCity Light Thief – Shame

Schon länger als Kála sollte man City Light Thief auf dem Schirm haben. Auch die wabern irgendwo im Post-Hardcore herum, sind in der Genreeinordnung tatsächlich aber schwer zu fassen. Denn City Light Thief haben etwas, das vielen anderen fehlt: Einen gänzlich eigenen Stil, den man bisher am gelungensten auf Vacilando wahrnehmen durfte. Shame ordnet sich auch da ein, wenngleich es gerade auch in seiner Kürze zurückgelehnter und weniger hakenschlagend daherkommt. Symbolisch dafür darf sich Younger You feiern lassen, das überdies einer der besten CLT-Songs überhaupt ist. Insgesamt fahren die Grevenbroicher/Kölner eine gute EP auf (was anders auch nicht zu erwarten ist), die allerdings wegen des teilweise merklich schwächelnden und dennoch arg nach vorne gemischten Gesangs und der bescheideneren Gitarrenarbeit hinter der gewohnten Dringlichkeit City Light Thiefs‘ zurückbleibt.

[Midsummer Records | VÖ: 06.11.15]


Ära Krâ - EP - ArtworkÄra Krâ – s/t

Wenn eine Black-Metal-Band eine 3-Song EP veröffentlicht, darf man sich kein 6-minütiges, windiges Scheibchen vorstellen. So natürlich auch nicht bei Ära Krâ, die u.a. (Ex-)Mitglieder von Fuck Your Shadow From Behind (Vorgänger von Der Weg Einer Freiheit) und War From a Harlots Mouth in ihren Reihen wissen. Dass hier der im Genre ohnehin weit verbreitete Hang zum Monumentalen gebührend zelebriert wird, versteht sich fast von selbst. 18 Minuten bringt die selbstbetitelte EP auf den Zähler und was darin passiert, ist, nun ja: atemberaubend. Der Blast Beat gibt bei Strang & Schwert unbarmherzig das Tempo vor, führt aber keineswegs in die Eintönigkeit. Im Gegenteil. Der Song ist außergewöhnlich facettenreich geraten, was nicht nur – aber verdammt nochmal auch – am fast zweiminütigen Chopin-Klavier-Zwischenspiel liegt. Es spottet fast schon jeglicher Beschreibung einen Song derart runter- und im Anschluss wieder hochzufahren und in seiner Gänze so interessant zu strukturieren. Ära Krâ verstehen sich aber eben nicht nur auf Black Metal, sondern kosten es förmlich aus, auch teilweise post-rockig und hardcoredesk (Grauer Sand) oder bei Endlos („Alles färbst sich schwarz / rastlos lieg ich / rastlos lieg ich wach“) sogar punkesk (ohne Witz!) herumzuspielen. Wer das schafft ohne peinlich zu wirken, ist gut, wer das allerdings so herausragend schafft, heißt vermutlich Ära Krâ.

[Through Love Records | VÖ: 04.12.15]

Craft Spells + Dress | 14.11.15 | W1 (Regensburg)

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Craft Spells

Es gibt wahrlich bessere Konzerttermine als einen Tag nach den terroristischen Mordanschlägen in Paris. Oder gerade auch nicht. Ein offenbares Motiv der islamistischen Attentäter war der Hass auf den Lebensstil junger Leute in einer europäischen Metropole, ja in der Metropole schlechthin was Ausgelassenheit, Leidenschaft, Lebensfreude und Jugendkultur angeht. Eines der Ziele, das Musiktheater Le Bataclan, wurde während eines Konzerts der Eagles of Death Metal in fataler Weise als repräsentatives Ziel des so gehassten Lebensstils ausgewählt. Insofern wird ein Konzert am Folgeabend unumgänglich und ungewollt auch zu einem symbolischen Akt. Für Musik, gegen Barbarei. Das mag hochgestochen klingen, aber die Tatsache, dass Craft Spells zwei Tage darauf in Paris spielen hätten sollen (das Konzert wurde infolge der Ereignisse abgesagt), lässt es dennoch realiter wirken.

Zunächst sind es aber Dress, die mit der brandneuen EP Angst im Gepäck eine Dreiviertelstunde die W1-Bühne bespielen. Die Regensburger haben im Laufe der Zeit merklich an den Reverb-Reglern gedreht und ihren lethargischen Dreampop noch eine ganze Ecke sphärischer und entrückter geformt. Das Ganze kommt mit wenig (ebenfalls arg bearbeitetem) Gesang aus und macht sich ingesamt ziemlich gut, wenngleich Dress wie z. B. im Titeltrack der EP die erträglichen Grenzen der Monotonie schon weit interpretieren.

Monotonie ist auch Craft Spells nicht fremd, obwohl mit einigen, aber bedeutenden Einschränkungen. In den reduzierten im Midtempo plätschernden Retro-Indie-Sound mischen sich mitunter geradezu spektakuläre Momente. Manchmal überrascht die Rhythmussektion mit ad hoc stärkerem Schwung, manchmal ist es eine kleine tänzelnde Gitarrenfigur, die einen Song mit einer bezaubernden Leichtigkeit aus der Masse des Indierock hebt. Als Musterbeispiele dürfen sich From the Morning Heart und Breaking the Angle Against the Tide fühlen – nicht nur weil sie sich gar so eng an The Cure kuscheln. All das korrespondiert vorzüglich mit dem etwas mundfaul nuschelnden und lediglich das Wort „Shit“ deutlich artikulierenden Justin Paul Vallesteros, der wie ein kleiner Schuljunge andächtig und freudig seinen eigenen Stücken lauscht. Zum andächtigen und freudigen Lauschen hat überdies auch das Publikum reichlich Anlass, nicht zuletzt deshalb, weil dem W1 in Sachen Klang und Bühnenatmosphäre keine andere Musiklocation in Regensburg das Wasser reichen kann. Feine Sache!

EP: Strafplanet | Rowan Oak | Farben/Schwarz | Carnist

Strafplanet – Big FeelingsStrafplanet - Bad Feelings

Diese 7“ zieht flugs vorbei, immerhin bewegt sich nur ein Song jenseits der 2-Minuten-Grenze. Bei diesem flotten, rauen und konsequenten Hardcore Punk, der zuweilen starke Powerviolence-Züge trägt, ist nicht alles zackig und kurz geraten. Die deutschen und englischen Texte, die freilich unverständlich ins Mikro gekeift werden, sind geradezu ganze Essays geworden. Sperrig und spröde in Form und Inhalt werden sie als radikale Gesellschaftskritik runtergerasselt, bleiben meist jedoch phrasenhaft hinter diesem Anspruch zurück. Wer einen Song (zelten) mit „Im Übrigen“ anfängt und anschließend in 1:16 Minuten versucht mit Begriffen wie „Rechenschaft„, „Ursachenforschung“ und „Klassengesellschaft“ den Begriff der Kritik zu erklären, muss daran zwangsläufig scheitern. Dabei ist das gesamte Gebolze gar nicht übel.

[Contraszt! Records | VÖ: 03.08.15]


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Rowan Oak – It’s Hard to See You Clearly

Wie so einige Münsteraner Bands fühlen sich auch Rowan Oak im Midtempo richtig wohl und schielen von ihrem Emopunk aus auch schon mal ins Progressive hinüber. Mit Fail/Safe ist ihnen ein wunderbar vielseitiger und sehnsüchtig-stimmungsvoller Song gelungen. Die Stimmung wird überhaupt groß geschrieben, was sich nicht nur am offensichtlichen Faible für William Faulkner zeigt, sondern auch in vielen Details wie z. B. der Umrahmung der 3-Song-EP mit einem wunderbaren Bassintro (Jeff Bridges) bzw. -outro (To You). Gutes Ding.

[Uncle M | VÖ: 28.08.15]


Farben/Schwarz – Einsfarben-schwarz_eins-cover

Es gäbe genügend Gründe sich Sorgen zu machen, wenn eine Band ihre Debüt-EP Eins nennt und die Sorte von Punk spielt, die man gerne in Hamburg verortet. Was soll daraus schon groß werden, außer bloßer Abklatsch von Captain Planet und Co. oder bestenfalls ganz ok? Tja, falsch gedacht. Es kann ziemlich stark werden, vor allem dann, wenn eine Band so viel richtig macht. Farben/Schwarz gelingt dies und wie es scheint, sogar mit einer ziemlichen Leichtigkeit. So bürsten sie ihren melodischen Emopunk mit ein paar Hardcore-Elementen auf und verstehen sich vorzüglich darauf z. B. in Vollkontrast oder Alles Disko unerwartete Wendungen einzustreuen, die weder allzu kalkuliert noch beliebig wirken. Außer dem etwas schwächeren Sirene funktioniert dieses Rezept auf EP-Länge wirklich vortrefflich. Großes Lob!

[Sportklub Rotter Damm | VÖ: 11.09.15]


CARNIST - HELLISH - coverCarnist – Hellish

Dass Carnist eine themenspezifische Konzeptband sind, sollte sofort ins Auge fallen. Eine unmissverständliche noch dazu. Dem Thema Veganismus und Tierleid eine ganze Band zu widmen, ist dieser Tage aber auch nicht ganz einfach, zumal in der öffentlichen (außerszenischen) Wahrnehmung, das Thema Veganismus durch esoterische und andere verrückte Kreise eine zunehmend unaufklärerische und verschwörungstheoretische Dimension bekommt. Umso wichtiger ist, das Thema aus linksradikaler, emanzipatorischer Perspektive umso deutlicher zu positionieren. Hier kommen Carnist mit ihrem kompromisslosen, crustigen Hardcore Punk ins Spiel. Nach dem umfangreicheren Unlearn gelingt es der Band mit dieser EP das Ausrufezeichen hinter ihre Botschaft noch pointierter zu setzen. Das fängt schon beim Titel Hellish an und zieht sich durch alle Songs, die passenderweise mit Hell is… beginnen. Dass Carnist auch technisch das Fach beherrschen haben sie nicht nur bereits beim Vorgänger, sondern vor allem bei anderen Bands wie Fall Of Efrafa, Light Bearer oder Archivist unter Beweis gestellt.

[Alerta Antifascista Records | VÖ: 23.09.15]

PEGIDA wird’s freuen!

Die größte Krise im Zusammenhang mit der sogenannten Flüchtlingskrise spielt sich zuweilen in Kommentaren und Debattenbeiträgen ab. So z. B. am 03.11.15 in einem bis dato bereits zahlreich geteilten, gelikten und kommentierten Artikel in der Onlineausgabe des Wochenblatts Altötting, der ebenso am 04.11.15 in zwölf Lokalausgaben des Wochenblatts (und am 11.11.15 in der Passauer Woche) prominent auf Seite 2 erschien. Unter dem Titel „Sind jetzt plötzlich alle Nazis?“ fragt Mike Schmitzer selbiges und liefert mit seinen Antwortversuchen ein PEGIDA-Rechtfertigungspamphlet sondergleichen ab. Letzteres würde er vermutlich leugnen, weil es ihm doch irgendwie unangenehm wäre, aber das ist Spekulation. Tatsache ist – und das soll nachfolgend ausführlich dargelegt werden -, dass Schmitzers Kommentar (trotz seiner Kürze) letztlich nur so trieft vor Verharmlosung rechtspolitisch motivierter Beleidigungen und Gewalttaten, Bagatellisierung von Rassismus und Versatzstücken reaktionärer und völkischer Ideologie. Ein gefährliches Gemisch, das sich ein besorgter Bürger nicht besser ausdenken könnte. Dieser Kommentar ist ein Grund besorgt zu sein. Eine Replik.

Schmitzers Kommentar im Wochenblatt Regensburg, Seite 2.

Schmitzers Kommentar im Wochenblatt Regensburg, Seite 2.

Schmitzer beginnt idyllisch:

„Der Rentner, der beim Rasenmähen immer so freundlich über den Gartenzaun winkt, die junge Mutter, die an der Supermarktkasse ihre kleine Tochter auf dem Arm trägt, die Metzgereiverkäuferin mit ihrer ansteckend guten Laune … alle plötzlich Nazis? Wirklich?“

Es scheint für ihn unvorstellbar zu sein, dass ganz normale Menschen rechte politische Einstellungen haben könnten. Der Rasen mähende Rentner, die fürsorgliche junge Mutter und die gut gelaunte Metzgereiverkäuferin sollten rechts sein? Unmöglich. Sonst würden sie vermutlich weder Rasen mähen noch ein Kind herumtragen oder freundlich Wurst verkaufen. Es ist unklar, ob Schmitzer bei diesen Zuschreibungen konkrete Menschen im Blick hat, die ihm im Alltag begegnen, es ist für die Argumentation aber auch unerheblich. Es reicht hier der Typus der beschriebenen Menschen als Abstraktion und Idealisierung ganz normaler Menschen, die allein aus den Gründen, weil sie alltägliche, ganz normale Tätigkeiten verrichten oder eben einfach freundlich sind, nicht rechts sein können. Für Schmitzer passt es einfach nicht zusammen, dass sein idyllisches Trio rechte Einstellungen haben und entsprechend vertreten könnte.

Doch spricht Schmitzer nicht von „rechts“, „rechten Einstellungen“ oder dergleichen, sondern benutzt allzu plakativ den Begriff „Nazi“. Das mag eine polemische Überhöhung sein, fügt sich jedoch nahtlos in die Argumentationskette sogenannter besorgter Bürger, die sich andauernd mit dem „Nazi-Vorwurf“ konfrontiert sehen, nur weil sie ihre Meinung äußern. „Nazikeule“ lautet dafür ihr Fachbegriff. Selbstredend benutzt auch Schmitzer diesen Begriff – entweder ohne das Manöver, das sich dahinter verbirgt, zu erkennen oder genau dieses selbst zu vollziehen. Das Manöver ist, dass sich Leute durch Kritik ihrer (rechten) Meinung oftmals sogleich als Nazi bezeichnet, ja beleidigt, sehen, selbst wenn dieses Wort nicht gefallen ist. Dadurch sehen sie sich selbst als Opfer einer angeblichen Meinungszensur. Für einen ganz normalen Menschen ist der Nazi-Vorwurf natürlich eine Ungeheuerlichkeit – auch dann, wenn er gar nicht geäußert wurde.

Josephine weiß Bescheid über Nazis - Ein Facebook-Kommentar

Josephine weiß Bescheid über Nazis – Ein Facebook-Kommentar.

Vielleicht kommt man hier mit der Hund-Dackel-Theorie weiter: Jeder Dackel ist ein Hund, aber nicht jeder Hund ist ein Dackel. Aber Vorsicht: Auch die fürsorgliche Hundemama kann eben ein Dackel sein.

Auch die zeitliche Dimension des Nazikeulen-Arguments ist interessant. So sollen „alle“ (übrigens hat die mit diesem Wort beanspruchte Totalität ebenfalls etwas für sich) „plötzlich“, quasi über Nacht, Nazis geworden sein. Da leben Leute also ein gewöhnliches Leben und zack, auf einmal sind sie Nazis. Das ist doch unvorstellbar, liebe Wochenblattleser_innen? Ob Schmitzer auch die Möglichkeit erwogen hat, dass rechte Einstellungen, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile gegenüber bestimmten Menschengruppen sich vielleicht eine gewisse Kontinuität in Biographien und Weltanschauungen von Menschen haben und gerade die Zeit günstig ist, das auch öffentlich und resoluter zu vertreten. Hm?

Zum Glück nimmt Schmitzer sein idyllisches Trio, das natürlich stereotypisiert und stellvertretend für Millionen Deutsche steht, in Schutz:

„Diese Menschen haben eines gemeinsam: Sie machen sich Sorgen darüber, was der momentane Flüchtlingsansturm für ihre eigenen Familien bedeuten könnte. Sie haben Angst davor, dass die Politiker das Problem nicht lösen können und die Flüchtlingskrise in einer Katastrophe endet.“

Auch wenn die Menschen noch so verschieden sind, die Sorge um sich selbst und ihre Familien ist ihre große Gemeinsamkeit. Hier sind wir auch schon beim Kernaliegen Schmitzers. Es geht darum Verständnis für die Sorgen und Ängste unseres Trios, des idealisierten besorgten Bürgers, aufzubringen. Kritisieren sollte man die besorgten Bürger nämlich nicht, weil sie ja – wie wir oben gesehen haben – keine Nazis sein können. Nun gut, dann versuchen wir eben verständnisvoll zu sein.

Welche Ängste hat denn unser Altöttinger Trio? Wovor fürchtet es sich? Worum macht es sich so große Sorgen? Freilich, an dieser heiklen Stelle bleibt Schmitzer vage und unbestimmt. Die besorgten Bürger werden es ihm danken, fühlen sie sich im Vagen und Unbestimmten geradewegs zuhause. Denn wenn sich eine klare Aussage über diese Sorgen und Ängste treffen lässt, dann, dass sie diffus sind. Sie betreffen auch nicht, wie man wohlwollend annehmen könnte, die geflüchteten Menschen, die Asyl suchen. Weil sie z. B. nicht menschenwürdig untergebracht wird, weil ihnen dem besorgten Bürger selbstverständliche Rechte vorenthalten werden, weil sie medizinisch nicht ausreichend versorgt sind, weil einige im nahenden Winter zu erfrieren drohen. Darüber sind bzw. wären Sorgen und Ängste nämlich durchaus angebracht.

Aber nein, der besorgte Bürger fürchtet um sich und seine Familie. Es könnte ihm etwas weggenommen werden, das er ohnehin nicht hat(te), es bereitet ihm Unbehagen, dass sich Menschen Schutz, Sicherheit und Wohlstand erhoffen, er will es nicht verkraften, dass Menschen, die möglicherweise anders aussehen, andere Sprachen sprechen und andere Gottheiten anbeten als er, die gleiche öffentliche Infrastruktur nutzen, die gleiche Bäckerei aufsuchen, einer Erwerbsarbeit in der gleichen Firma nachgehen oder gar ihre Kinder auf die gleiche Schule schicken könnten. Was sonst soll „der Flüchtlingsansturm“ für seine Familie bedeuten?

Was ist eigentlich dieses Katastrophenszenario? Dass der winkende Rentner auf dem Rasenmäher gar nicht in Altötting, sondern in Aleppo geboren wurde, die junge Mutter ihr Kind nicht nur an der Supermarktkasse trägt, sondern es auch durch halb Europa getragen hat und die Metzgereiverkäuferin vormals in Kobanê freundlich gelächelt hat und dies nun in Altötting tut? Sind das die Horrorvisionen? Vielleicht. Das wäre dann rational und rassistisch.
Oder ist es aber auch die Angst vor Ausländerhorden, die in die katholische Idylle Altöttings einfallen, auf dem gepflegten Rasen des Rentners massenhaft ihre Notdurft verrichten, der jungen Mutter die Tochter rauben und an ihren Stammesführer verheiraten und die Metzgereiverkäuferin vergewaltigen und anschließend steinigen? Vielleicht. Das wiederum wäre irrational und rassistisch.

Auf jeden Fall sind es aber rassistische Muster, die Schmitzer in seinem Kommentar durch Verzicht auf Konkretisierung der vorgeblichen Sorgen und Ängste verschweigt, deckt und verschleiert. Dass es konkrete und akute Probleme bei der Unterbringung und Versorgung von Asylsuchenden und der Bearbeitung ihrer Asylanträge gibt, bleibt davon zunächst einmal unberührt. Kurz- und mittelfristig wären diese mit deutlich verstärktem logistischen Engagement und personellen Einsatz und einem gewissen Maß an politischen Weitblick zu lösen. Stattdessen lässt sich die verantwortliche Politik zumeist von den irrationalen und rassistischen Sorgen und Ängsten treiben und befeuert sie die durch unterlassendes Handeln und den repetitiven Gebrauch von Naturkatastrophenvokabular wie „Flut“, „Welle“, „Tsunami“ oder „Sturm“ und Kriegsrhetorik wie „Ansturm“, „Invasion“, „Notwehr“. All das mythologisiert Migration fatalistisch zu einem Zerstörungs- und Untergangsschicksal. Die Politik schafft sich ihre Krisensituation selbst.

Die Befürchtungen, so Schmitzer, formuliere unser Trio „in sozialen Netzwerken wie facebook oder in den Kommentarspalten der Onlinemagazine.“ Und weiter: „Vielleicht ist die Wortwahl manchmal etwas ungeschickt, aber nicht jeder ist im Schreiben geübt.“ Es gibt – das ist nun wirklich keine verblüffende Neuigkeit, die über Nacht hereingebrochen ist – Tag für Tag zahlreiche Kommentare, die geflüchtete Menschen ins Gas wünschen, Regierungsmitglieder am liebsten öffentlich aufgehängt und all die linksgrün-versifften Gutmenschen im Mittelmeer ertrinken sehen würden.

Ganz normale Bürger diskutieren etwas ungeschickt auf einem privaten (aber öffentlich einsehbaren) Facebookprofil

Ganz normale Bürger diskutieren etwas ungeschickt auf einem privaten (aber öffentlich einsehbaren) Facebookprofil.

Ja, ist halt ungeschickt formuliert und besonders lustig, wenn darin nicht nur Menschenrechte, sondern auch Rechtschreibung mit Füßen getreten wird. Es sind eben nicht alle so geübt im Schreiben wie ein Wochenblatt-Redakteur. Und wie verhält es sich mit den asylkritischen Kommentaren, die ganz auf das Schriftliche verzichten und in Form von Molotow-Cocktails Asylsuchenden direkt in die Unterkunft geliefert werden? Gut, wollen wir Schmitzer zugestehen, dass er nicht unbedingt solche Kommentare meint. Vielleicht meint er die Kommentator_innen, die sich zunehmend „fremd im eigenen Land fühlen“, Geflüchtete am besten kaserniert und sofort abgeschoben sehen würden oder solche, die plötzlich (ja, plötzlich!) ihre Liebe zum Grundgesetz, zur Gleichstellung der Geschlechter, zu Rechten von Homosexuellen, zu Obdachlosen (deutschen natürlich) und all dem Teufelszeug entdecken, das sie vormals erbittert bekämpft haben und es wieder tun werden, sobald der unzivilisierte Moslem nicht mehr tausendfach in der Tür steht.

Schmitzer hat allerdings auch etwas gegen Kommentator_innen, die „zornerfüllt, massiv und beleidigend“ auftreten. Es ist aber geradezu grotesk, dass er sich ermahnend an diejenigen wendet, die ihre „Menschenfreundlichkeit den eigenen Mitbürgern“ gegenüber vermissen lassen. „Diese Eiferer“ trieben „erst recht einen Keil in unsere Gesellschaft“. Die Gegenkommentator_innen seien also das eigentliche Problem und nicht diejenigen, die dauernd gegen Geflüchtete keifen. Denn, so Schmitzer, „hinter den Kommentaren der Bürger stecken keine Ideologien, sondern persönliche Sorgen und Ängste.“ Eine bessere Verteidigung kann sich der besorgte Bürger gar nicht wünschen.

Zweierlei ist dabei auffällig. Erstens entpolitisiert Schmitzer den politischen Raum, indem er politische Aussagen als Ausdrücke persönlicher Sorgen und Ängste definiert und damit auch die Fähigkeit der besorgten Bürger relativiert als eigenverantwortlich denkende und handelnde politische Subjekte aufzutreten. Das ist eine fatale Strategie, um Menschen im politischen Diskurs unangreifbar zu machen. Wer Angst hat, entziehe sich also dem Politischen. Das ist reaktionäre Ideologie. Zweitens gibt er Menschen, die sich – gewiss manchmal auch unangemessen in der Wortwahl – für das Asylrecht stark machen und rassistische Kommentare missbilligen, Schuld an einer Spaltung der Gesellschaft. Weil sie Menschenfreundlichkeit nicht den eigenen Mitbürger_innen gegenüber zeigen. Der Vorwurf lautet: Für die Fremden seid ihr da, das eigene Volk ist euch egal! Das wiederum ist ein Versatzstück völkischer Ideologie.

Mit dem eigenen Volk kennen sich auch Ilonka und Pit aus - Irgendwo auf Facebook kommentiert.

Mit dem eigenen Volk kennen sich auch Ilonka und Pit aus – Irgendwo auf Facebook kommentiert.

Beide Strategien lassen sich wunderbar in das Weltbild der besorgten Bürger integrieren. Schmitzer erreicht einerseits, dass sich das Altöttinger Trio, das ja niemals rechts sein könnte, mit seinen rassistischen (irrationalen oder rationalen) Ansichten respektive Sorgen und Ängsten ernstgenommen fühlt, ohne sich um die Sorgen und Ängste von Geflüchteten scheren zu müssen und andererseits, dass es sich in der (vermutlich auch unpolitischen, weil besorgten) Haltung bestätigt fühlt, wonach die intakte Volksgemeinschaft in Deutschland von den linken Vaterlandsverräter_innen zersetzt werde. Das ist Schmitzer gut gelungen. Eine zweifelhafte Anerkennung.

Aloa Input | 22.10.15 | W1 (Regensburg)

Aloa Input

Aloa Input

New Weird Bavaria nennt sich das eigentliche Nicht-Genre seit einigen Jahren, worunter insbesondere auch Aloa Input zu zählen sind, zumal ihre Vor-, Neben- oder eben Hauptprojekte großen Anteil am Begriff selbst und seiner stilistischen Einordnung haben. Missent To Denmark, Angela Aux, Joasihno – um ein paar zu nennen.

Der Prototyp des New Weird Bavarians ist hip, männlich, Anfang bis Mitte 30, vor einigen Jahren aus der bayerischen Provinz nach München zum Studieren gezogen und geht jetzt irgendwelchen Beschäftigungsmaßnahmen beim BR-Jugendsender PULS nach. Wenn er letzteres nicht tut, findet ihn PULS auf alle Fälle super und haut ein Feature nach dem anderen raus. So will es das bayerische Jugendmusikgesetz. Daneben spielt der New Weird Bavarian natürlich in zahlreichen Bands oder dreht dort zumindest an irgendwelchen Reglern. So zum Beispiel bei Aloa Input.

Zwei Platten (Anysome und Mars Etc.) sind bisher bei Morr Music erschienen, die dieses vermeintliche Genre ganz gut definieren. Verspulte Melodien, schiefer Gesang, digitale Sounds, karibische Beats und abseitige Rhythmik. Der Stilmix als Paradigma, das popmusikalische Experiment als Mittel und Zweck zugleich.

So stehen also drei Multiinstrumentalisten auf der W1-Bühne inmitten von ziemlich viel Graffel. Da ein Keyboard, dort ein Synthesizer, da ein Dutzend Effektgeräte, dort ein großes elektronisches Teil, das ständig „blink“ macht. Drei (manchmal auch nur zwei) Beamer projizieren auf die hintere Leinwand ein ganzes Universum an Wirrwarr. Und mittendrin eben: Aloa Input.

Der Fokus liegt zu Beginn auf Mars Etc., das seine Melodien klarer umreißt als der Vorgänger Anysome, dennoch noch ein bisschen verspulter, elektronischer und nintendo-lastiger daherkommt. Die Band weiß dazwischen aber immer wieder einen markanten Beat (Oh Brother), eine feine Bassline (z. B. Vampire Song) oder eine schöne Gitarrenfigur (z. B. Blabla Theory) unterzubringen. In all ihrer Weirdness verstehen die drei Multiinstrumentalisten nämlich auch einiges davon gute Songs zu schreiben. Dass sie diese live mit der Hilfe einer ganzen Elektrowerkstatt performen können, ist dann eher nur noch Formsache. Es ist sogar, trotz zurückhaltendem Auftreten und ein paar Sparwitzen, ein guter Auftritt, weil Aloa Input gelingt nach und nach mit den etwas folkigeren Anysome-Songs zugänglicher zu werden und weil sie all das Gewusel nicht überstrapazieren, sondern die Dynamik eines Konzert mit ihrem Stilmix genau einzuschätzen wissen.