Randnotizen

  • Mussten Hot Water Music in den letzten Wochen noch oft als Vergleich für neuerer Kollegen herhalten, veröffentlichen sie nun im Mai ihr neustes Album. Exister wird 15.05 erscheinen und schon vor ab beglücken uns die Jungs um Chuck Ragan mit einer kleiner Kostprobe in Form des Songs Drag my Body. Wer ihn downloaden möchte, findet ihn hier. Die Tracklist zum neuen Album gibt es hier auch schon mal: 01. Mainline / 02. Boy, You’re Gonna Hurt Someone / 03. State of Grace / 04. Drown In It / 05. Drag My Body / 06. Safety / 07. Exister 7 08. Wrong Way / 09. Take no Prisoners / 10. Pledge Wore Thin / 11. No End Left in Sight 7 12. The Traps / 13. Paid in Full
  • Schneller kommt hier schon das neue Album der Briten Your Demise um die Ecke. Das Album mit dem Titel The Golden Age erscheint bereits morgen in Deutschland. Zwar wussten die ersten Hörproben nicht ganz zu überzeugen, doch wir warten mal ab was am Ende bei raus kommt. Da die letzten Stücke der Neon Shirt Hardcore Truppe durchaus zu gefallen wussten, wird die Tage die Review, zum neusten Werk, bei uns erscheinen.

  • Damit der Genermix weiter geht, hier noch eine weitere Album Ankündigung. Mit Daybreaker werden die Jungs von Architects am 05. Juni, ihr nun mehr fünftes Studioalbum veröffentlichen. Die Mischung aus Mathcore, Metalcore und Post-Hardcore brachten der Band dieses Jahr die Rolle als Vorband von Rise Against ein und spätestens ab Juni werden die Bühnen als Headliner gerockt.

Dry The River – Shallow Bed

Lauter Jammern

Folk beziehungsweise das, was landläufig so gegenwärtig alles unter dem Begriff Folk zusammengeworfen wird, ist ja gerade in den letzten Monaten so eine diffizile Sache. Irgendwo klimpert die schummrig abgemischte Akustische herum, ein irgendwie blechern klingendes Drumset mäandert sich des Weges und über allem thront da ein meist bärtiger Geselle. Und der leidet. Leidet ganz kräftig unter dem Gewicht der Welt und all ihrer Gemeinheiten, die sie für gerade ihn parat hält. Soweit zumindest das hier mal schnell skizzierte Genreklischee.

Jetzt also Dry The River. Auf den ersten Blick und vor allem das erste Ohr die Zuspätgekommenen vor dem Herrn. Was diese Band auf Shallow Bed zelebriert, ist keine Stück, keine Sekunde irgendwie neu. Man kennt die Melodien, man kennt die Takte, man kennt sogar die fast schmerzliche Tonhöhen, durch die sich Sänger Peter Liddle zugegebenermaßen sehr souverän hangelt. Man glaubt das alles schon einmal gehört zu haben – nur leider in besser. Und so zieht diese Platte dann doch erst an einem vorbei, ohne größere Regungen auszulösen – lediglich die Vorabsingle New Ceremony, die sich ihre Euphorie in Rhythmus und Streichern direkt bei der ersten Platte von Arcade Fire ausgeliehen hat, weiß wirklich zu begeistern. Und genau diese Single ist es dann auch, die dazu anspornt, tiefer zu graben, genauer zu hören. Ein zweiter Durchgang – nichts. Ein dritter – wenig, aber doch mehr.

Und doch kommt irgendwann der Moment, an dem Shallow Bed sich aufbäumt und seine volle Größe preis gibt. Dieses Album ist nämlich, so sehr man es anfangs auch überhört hatte, keineswegs eine gewöhnliches Stückchen Folk. Diese Platte ist vielmehr Folk für die ganz großen Bühnen, für die ganz großen Gesten: fürs Stadion halt. Das fängt beim wahrlich dicken Sound an, zieht sich durch das bereits erwähnt New Ceremony,  schlägt im kraftvollen Shield Your Eyes ordentlich durch und kulminiert final und wahrhaftig fulminant in Lion’s Den. Ein Song, der zunächst artig den Leisetreter gibt und um keinen Preis auffallen will. Wenn allerdings nach einer Minute der Melodiebogen freigegeben wird, bekommt man mit Blick auf die lange verbleibende Spielzeit eine vage Ahnung von dem, was hier noch passieren könnte. Und ja, es kommt wie vermutet, nur größer, umfangreicher und vor allem besser. Nach drei Minuten grätscht die Distortion in den Song, versuchen sich Streicher und Gitarren gegenseitig an die Wand zu spielen. Dazwischen macht ein brüllender Peter Liddle darauf aufmerksam, dass er hier im Song- und Albumfinale auch noch ein Wörtchen mitzusprechen bzw. mitzuschreien hat. Und als ob das nicht reichen würde, lässt die Band auch noch eine Horde Bläser auf den Song los, während Gitarren und Streicher um die Wette solieren. Lion’s Den schafft es, sich maßlos aufzupumpen, ohne dabei zu platzen, es galoppiert mit allem, was es hat, ohne sich selbst zu überholen. Was bleibt ist die Verneigung und der Gedanke: Was! Für! Ein! Ende! 

Und wenn zwischen den erwähnten Fixpunkten mit dem wunderschönen History Book und dem treibenden The Chambers&The Valves weitere Highlights versteckt sind, gerät Shallow Bed letzten Endes doch zu einer runden und vor allem rundum gelungenen Sache. Da muss man doch glatt gestehen, dass man diesen Stadionfolkern mit der anfänglichen Klischee-Stigmatisierung unrecht getan hat. Aber auch das ist nur ein Grund mehr zum Jammern – und somit verdammt gut so.

(Martin Smeets)

Neuigkeiten

Update: Vor kurzem noch die Vorband von Touché Amoré, bringen The Tidal Sleep, im April, ihr Debut-Album auf Charming Man Records heraus. Gehypt wird immer noch, die ersten Col. Vinyls sind exklusiv auf 100 Stück limitiert. Wer da nicht zugreift ist selber schuld.

Das neue Anti-Flag Album mit dem Titel The General Strike steht ja schon seit ein paar Tage in den Läden. Alle die noch mehr Infos zum Album, dessen Entstehung und den politischen Einflüssen rund um Studioalbum Nummer 8 der Politpunkrocker wollen, möchte ich dieses Interview für Fuse TV ans Herz legen.

Der Frühling ist da und macht alles neu. Deshalb haben die wunderbaren Atlas Losing Grip eine feine Akustik Tour angekündigt. Ihr Album State of the Unrest erschien 2011 und beeindruckt nicht nur mit dem tollen Artwork, sondern auch musikalisch. Was die Band um den früheren Satanic Surfers Sänger, Rodrigo Alfaro, produziert hat, klingt schon gewaltig wie Rise Against in ihren besseren Jahren. Nach einer Headliner Tour im vergangenen August und dem Support von ZSK bei der Reunion Tour Ende 2011, also nun der nächste Streich. Von kleinen Plattenläden mit einer Kapazität von 20 Leuten, bis zum Jahn-Insel Fest in Regensburg wird alles beschallt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Hier mal eine kleine Soundprobe und natürlich die Tourdaten:

23.04.12 Hamburg Burnout Records
24.04.12 Hannover 25 Music
25.04.12 Münster Green Hell
26.04.12 Düsseldorf Hitsville

13.04.2012 A / Wien / Arena Keinen Bock auf Nazis Festival w/ ZSK & more bands

14.04.2012 D / Leipzig / Anker Keinen Bock auf Nazis Festival w/ ZSK & more bands

27.04.2012 D / Neuburg / JuZe 25 years anniversary of JuZe Neuburg

28.04.2012 D / Stuttgart / Pirate Satellite Festival @ LKA Longhorn w/ Hoter Water Music & more

08.06.2012 D / Regensburg / Jahninsel Festival

09.06.2012 A / Nickelsdorf / `Red Bull Brandwagen´ Festivalstage @ Novarock

06.07.2012 D / Hanerau-Hademarschen / RD Rock Festival

10.08.2012 B / Brunsbeek / Kloemprock Festival

11.08.2012 D / Villmar / Tells Bells Festival

Olli Schulz – Der Nächste, bitte

Wir machen es mal so kurz, wie irgend nötig. Olli Schulz, dass ist bereits bekannt, haut am Freitag (16.03.) seine neue Platte S.O.S-Save Olli Schulz raus. Nachdem bereits bekannten Wenn es gut wird freuen wir uns jetzt, Koks und Nutten ‚vorstellen‘ zu können. Und nun mal im Ernst: Gibt es nun wirklich jemanden, der mit solch ‚einfachen‘ Worten so berühren kann, wie Olli Schulz?

Japandroids – Neues Album

Diese beiden Herren dort oben firmieren unter dem Namen Japandroids und  waren im Jahre 2009 wohl die Überraschungsband schlechthin. Schließlich heimste ihr Debut Post-Nothing, das entgegen des Titels so ziemlich Post-Everything war, fast durch die Bank gute Kritiken ein. In einem Interview mit Pitchfork enthüllte nun Sänger und Gitarrist Brian King, dass die Wartezeit auf eine neue Platte ihr baldiges Ende nehmen wird. Diese wird laut King wieder acht Songs enthalten und wohl ziemlich sicher wieder ein an allen Ecken und Enden krachender und fiepender Brocken Musik werden. Immerhin ist es der eigene Anspruch, zu zweit so laut zu sein wie eine fünfköpfige Band. Und dem will man erst einmal gerecht werden.

Wie es sich gehört, trägt das neue Machwerk mit Celebration Rock auch bereits einen Titel, wobei an dieser Stelle Eleganz und Ernsthaftigkeit dieser beiden Wörter mal dahin gestellt bleiben sollen. Erscheinen soll das Album schließlich im Juli. Auf der Platte wird sich neben dem The Gun Club-Cover For The Love Of Ivy auch das bereits bekannte Younger Us befinden. Und falls jemand jetzt Lust auf Vorfreude hat, bitteschön:

Anti-Flag – The General Strike

Da befinden wir uns mittlerweile schon im dritten Monat des neuen Jahres und irgendwie ist die ganze zuversichtliche Neujahrseuphorie endgültig verflogen. Sollte nach diesem merkwürdigen Jahr 2011 nicht alles besser werden? Ein Jahr geprägt von Katastrophen, Finanzkrisen und Kriegen. Ein Jahr in dem die Hungersnot am Horn von Afrika, die finanzielle und politische Situation in Griechenland, aber auch Fukushima nur die bekanntesten Schlaglichter darstellen. Ein Jahr geprägt von Gegensätzen. Denn trotz aller Rückschläge gab es auch Erfolge. In Deutschland wurde der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen, weltweit vernetzten sich Menschen unter dem Banner von “Occupy” zu einer neuen Bewegung gegen den Primat der Finanzmärkte und Nordafrika zeigte wie man mit viel Mut, einem festen Willen, zivilen Ungehorsam, aber auch einen hohen Blutzoll, Veränderungen bewirken kann.

Das Jahr 2011 bietet also genug Diskussionsstoff um damit Seiten von unzähligen Büchern oder Essays zu füllen. Ein noch besserer Weg um seinen Emotionen freien Lauf zu lassen, ist die Kombination dieser Eindrücke in Verbindung mit Musik. Das dachten sich auch die Polit-Punkrocker Anti-Flag aus Pittsburgh und veröffentlichen kommende Woche, über Side One Dummy Records, ihr nun mehr achtes Studioalbum mit dem Titel The General Strike. Textlich wird nun eben dieses merkwürdige Jahr 2011 und im Allgemeinen die letzten Jahre, seit dem Erscheinen des 2009er Albums The People or the Gun, behandelt und mit voller Breitseite auf die Öffentlichkeit losgelassen.

Seit 1993 stehen Anti-Flag für die Kombination aus aktuellen, politischen Lyrics in Verbindung mit lauten, wütendem und schnellen Punkrock ohne dabei in die Stumpfsinnigkeit einiger Genre-Kollegen zu verfallen. Wenn eine Band das Prädikat Politpunk verdient, dann ist es die Gruppe rund um Justin Sane (Justin Geever), Pat Thetic (Patrick Bollinger), Chris Head und Chris#2 (Chris Barker), die zusammen die aktuelle Besetzung von Anti-Flag bilden. Dass sie nicht einfach nur Musik machen, sondern hinter allem stehen, was sie als Band propagieren, beweisen sie immer wieder und konnten sich so über all die Jahre, trotz dem kurzem Ausflug auf ein Major Label im Jahr 2005, ihre Authentizität erhalten und so den Platz des Klassenprimus in der Szene einnehmen.

Doch nun zum neuen Album The General Strike. Typisch Anti-Flag? Jein! Nach all den Jahren der Bandgeschichte, die mit dem Release von For Blood and Empire im Jahr 2006, ihren musikalischen Höhepunkt erreichte, wurde es selbst für die Jungs um Justin Sane Zeit, etwas an ihrer bewährten Punkrock Rezeptur zu ändern. Konnte man auf den beiden vergangenen Alben hin und wieder eine neue Verspieltheit der Gitarren und einen dezenten Flirt mit dem Hardcore Genre erahnen, wird dies nun im Opener Controlled Opposition zementiert und wirkt wie ein Befreiungsschlag. 22 Sekunden Hardcore Punk, als ob die Band nie was anderes gemacht hätte. Der Song Bullshit Opportunist schlägt in eine ähnlich Kerbe. Der Rest der Platte wirkt dann doch wieder etwas vertrauter und gediegener, wie das an Hot Water Music erinnernde Stück 1915 oder The Neoliberal Anthem. Hört man weiter stellt man schnell fest, dass die Band mehr denn je von ihren Vorbildern The Clash beeinflusst wurde. Wem die letzte Veröffentlichung Complete Control Session bekannt ist, konnte damit rechnen, dass ihre alten Helden musikalisch und textlich etwas in Vordergrund rücken würden. Dass dies nun in dieser Deutlichkeit geschieht, ist trotz des schon immer dagewesenen Einflusses, doch überraschend. Melodische Hook- und starke Basslines, wie bei This is the new Sound wechseln sich mit schnellen Songs wie Resist und Turn a Blind Eye ab und zeigen deutlich wie die Band, über all die Jahre musikalisch gewachsen und reifer geworden ist. Aber keine Angst! Anti-Flag sind immer noch Anti-Flag, nur eben melodischer, mitreißender und frischer als je zuvor!

Justins Stimme krächzt wie eh und je ins Mikrofon und es gibt wieder genügend Refrains mit absoluten Mitgröhl-Faktor. Im Endeffekt hat sich weniger verändert als es in den obigen Zeilen den Eindruck macht, durch die lange Bandgeschichte wirken sich aber bereits diese Kleinigkeiten sehr positiv auf das Gesamtbild der Platte aus, so dass man jeden einzelnen Song von The Ranks of the Masses Rising, bis zum Abschluss, The Ghosts of Alexandria immer und immer wieder hören kann.

Fazit: Anti-Flag macht alles wie immer nur anders und irgendwie besser. Man hätte sich vielleicht noch einen Funken mehr Mut zur Veränderung wünschen können, aber das Ergebnis ist eine fabelhafte Platte, die Neulinge und alte Hasen durchgehend begeistern kann. Zusammen mit The Terror State und For Blood and Empire, bildet The General Strike die perfekte Trias der Bandgeschichte. Kaufen und sich auf die baldige Tour freuen!

(Dominik Iwan)

Foo Fighters – The Colour and the Shape

Der größte gemeinsame Nenner

Die Foo Fighters, das Phänomen. Die Band, auf die sich von kuttentragenden Altrockern über Bilderbuchdurchschnittsbürger bis hin zu den Indie-Affinen so ziemlich alle irgendwie einigen können. Die Band, die es schafft, dem Wort ‚Konsensrock‘ den negativen Touch abzukratzen. Die wächst und größer wird, obwohl ihre letzte Hand voll Alben nun doch eher in recht mittelmäßigen Gefilden wilderten. Und die Frage nach dem Warum. Dass Dave Grohl vor einer Dekade mal bei Nirvana getrommelt hat, kann ja nun der einzige Grund nicht sein, für all die Freiheiten, die die Foo Fighters genießen können. Ein Blick zurück allerdings offenbart: Diese Band hat sich ihren aktuellen Status nun doch erarbeitet.

Von den Anfängen chronologisch voranschreitend könnte man so einiges anführen, um diese Behauptung zu untermauern: For all the cows, Stacked Actors, Breakout, Learn To Fly, um nur ein paar Titel in die Runde zu werfen. Und über all den früheren kleinen und großen Ausrufezeichen thront: The Colour and the Shape. Die Prototypenplatte, die alles auf den Punkt bringt. Die mit einem meterdicken Sound wuchern kann, ohne dabei – wie manche spätere Alben der Band – zäh zu wirken. Die breitbeinig rockt, ohne proletig zu wirken. Die Halbballaden fern von Schmalz und Peinlichkeit im Programm hat. Und die HörerInnen mit dem sanft einsteigenden Doll zunächst auf die falsche Fährte lockt, um schon nach unter zwei Minuten das hyperaktive Monkey Wrench auf die Welt loszulassen, dass so kompromisslos nach vorne will, dass es am Ende Gefahr läuft, sich selbst zu überholen. Wäre da nicht Grohl, der den Song mit seinem atemlosen Geschrei davor bewahrt, zu stolpern. Und es geht fließend weiter, zum schwer stampfenden Hey, Johnny Park!, das zwischendurch zeigt, dass es auch ohne Bratzgitarren geht. Auch wenn das Krawallduo aus My Poor Brain und Wind Up etwas anderes behauptet. Up in Arms darf sich dann zunächst eine kleine Auszeit nehmen, will aber dann doch spielen und schielt mit einem Auge gar vorsichtig Richtung Punkrock. Über My Hero braucht man wohl ohnehin keine großen Worte verlieren.

Und so würde diese Aufzählung, wäre sie zur allgemeinen Ermüdung konsequent durchgehalten worden, noch weitere sieben Songs und damit die komplette Platte abhandeln. Auf den Punkt: Auf The Colour and the Shape gibt es keine schwachen Songs. Es gibt kein einziges Stück, dass sich mit weniger als ‚Sehr gut‘ begnügen würde.  Und es gibt: Everlong. Zweifellos das beste Stück, dass die Foo Fighters jemals auf Band gebracht haben und wohl auch so ziemlich der beste ‚konventionelle‘ Rocksong aus jüngeren Jahren – wir wollen ja nicht die Musikgeschichte beleidigen. Everlong treibt an und bewahrt sich dennoch eine zurückhalten-elegante Attitüde. Und wenn die Gitarrenläufe himmelwärts Richtung Refrain abbiegen brennt der Baum, die Luft und das Herz lässt ein paar Schläge aus. Präziser kann man Dynamik und Euphorie nicht steuern. Zum endgültigen Songfinale samt kurzer Einkehr mit Stimmengewirr, kann man sich ohne längst nicht mehr entziehen, man lässt sich willenlos von sich überschlagenden Drums und Gitarren an die Hand nehmen und davontragen. Und wenn die letzten Akkorde verstummt sind: Gleich noch mal von vorne. Die ganze Platte am besten.

Mit The Colour and the Shape lösten die Foo Fighters – als eine der wenigen Bands, die dieses Kunststück vollbringen – jedes einzelne Versprechen in aller Konsequenz ein, das sie mit ihren ersten Alben abgaben. Besser konnten sie von diesem Punkt an nicht mehr werden. Und so nimmt man es ihnen auch nicht krumm, dass ihre nachfolgenden Platten nicht ansatzweise dort anknüpfen können, wo dieses Album einst aufgehört hat, und nimmt lieber die einzelnen hervorragenden Songs mit, die von Zeit zu Zeit abfallen. Warum jetzt so viele diese Band feiern? Nun, wer mag schon eine Band angreifen, die zu solch einer Platte fähig war? Ihre Geschichte gab den Foo Fighters einen guten Start, The Colour and the Shape machte sie zu dem, was sie sind. Und das meint: unangreifbar.

(Martin Smeets)

…was sonst noch los ist

  • ‚Das Logo kennt man doch noch irgendwoher‘, werden sich jetzt vielleicht ein paar Denken. Und ja: Es geht tatsächlich um die verschollen geglaubten Pennywise. Die Band, die in den letzten Jahren höchstens noch mit Backstageprügeleien und dem Abgang von Sänger Jim Lindberg von sich reden gemacht hat. Lindberg ist also vor Jahren geflüchtet, um direkt im Anschluss Black Pacific zu gründen. Hatte man diese ’neue‘ Band – Pennywise unter anderem Namen – gehört, drängten sich plötzlich zwei Fragen auf: 1. Was soll der Mist? 2. Lösen sich Pennywise jetzt endlich auf? Nun, die Sache mit Black Pacific kann wohl nicht abschließend beantwortet werden, Pennywise hingegen haben sich nicht aufgelöst. Die haben lieber Zoli Teglas, den großartigen Sänger von Ignite an Bord geholt und jetzt, nach ganzen vier Jahren Wartezeit – das gab es bei dieser Band noch nie – gibt es auch eine neue Platte. All Or Nothing soll das Teil heißen und folgende Songs umfassen:
  • All or Nothing
  • Waste Another Day
  • Revolution
  • Stand Strong
  • Let Us Hear Your Voice
  • Seeing Red
  • Songs of Sorrow
  • X Generation
  • We Have It All
  • Tomorrow
  • All Along
  • United

Einen ersten Eindruck kann man sich bei KROQ verschaffen, wo es den Titeltrack, der schon offenbart, dass sich an der Instrumentenarbeit im Hause Pennywise einfach nichts ändern kann, zum hören und ein kleines Interview mit Fletcher Dragge zum lesen. Ob jetzt noch irgendjemand auf die wenig tiefsinnigen Ausführungen von Dragge, oder gar auf eine neue Platte von Pennywise gewartet hat, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Aber das können jetzt ja alle mit sich selbst ausmachen. All Or Nothing erscheint übrigens am 01. Mai via Epitaph Records.

  • Und wieder Bridge9. Nachdem 2011 ein ziemlich erfolgreiches Jahr für das Label war, kein Wunder bei den Bands die sie gerade unter Vertrag haben, soll es 2012 natürlich so weitergehen. Mit Expire wartet gerade ein starker Newcomer auf den Release des Debutalbums, Pendulum Swings, das am 22. Mai rauskommen soll. Seit 2009 touren die Jungs wie verrückt durch die Staaten, um ihre Vision von Old-School-Hardcore unter die Leute zu bringen. Hier mal eine erste Kostprobe, in Form des Songs Abyss, zum Album.

  • Wenn wir schon bei Old-School-Hardcore sind. Ab heute startet die Rebellion Tour, präsentiert von Impercion, quer durch Deutschland. Mit dabei u.a Madball, H2O und Deez Nuts, u.v.a Sehr empfehlenswert das Ganze, vor allem gibt es knappe fünf Bands für nen schmalen Euro!

Die Tourdaten dürfen da natürlich nicht fehlen:

08.03.2012 Hamburg – Knust

09.03.2012 Berlin – SO36

10.03.2012 Vienna – Arena

11.03.2012 München – Backstage

12.03.2012 Solothurn – Kofmehl

13.03.2012 Lindau – Club Vaudeville

15.03.2012 Leipzig – Conne Island

17.03.2012 Essen – Weststadt Halle

Save Olli Schulz!

Was kommt eigentlich dabei heraus, wenn man Gisbert zu Knyphausen, Otto Waalkes, Loriot und ein bisschen Atze Schröder mischt, gut durchschüttelt und auf die Welt loslässt? Richtig: Olli Schulz.

Der hat inzwischen eine neues Album aufgenommen, dass wohl höchstwahrscheinlich wieder voller kleiner und großer Einfälle stecken wird. Die neuen Schulzschen Biestigkeiten hören Anno 2012 auf den Namen S.O.S – Save Olli Schulz und werden ab 16. März in digitaler und physischer Form zu haben sein. Für all diejenigen, die Schulz spätestens seit Mach den Bibo eher kritisch beäugen:

Und ehe sie unter den Tisch fällt- die Tracklist:

1. Wenn Es Gut Ist
2. Irgendwas Fehlt
3. Ich Kenn‘ Da Ein
4. Ich Dachte,Du Bist Es
5. Old Dirty Man
6. Crew
7. Schrecklich Schöne Welt
8. Vorspiel
9. Spielerfrau
10. H.D.F.K.K.
11. Alles Richtig
12. Koks & Nutten
13. Briefmarke
14. Der Kleine Bär
15. Phosphormann
16. Verliebt In 2 Mädchen
17. Danke An Alle