I Like Trains – Plattenzuwachs

Im Mai soll es soweit sein: I Like Trains veröffentlichen ihr drittes Album. Es wird auf den Namen The Shallows hören und folgendermaßen wunderbar eingekleidet sein:

Weitere (bisher eher spärliche) Infos gibt es hier und ein paar Eindrücke aus dem Studio auch hier auf Facebook. Wir gehen davon aus, dass es bald hörbare Kostproben geben wird. Bis dahin kann rege spekuliert werden, wohin die Reise musikalisch gehen wird. Als relativ gesichert darf gelten: Ska oder Reggae wird es von der tonnenschweren Postrock-Lokomotive nicht geben.

Sights & Sounds

Sights&Sounds1
Kleine Band Empfehlung gefällig? Im Moment sind „Sights and Sounds“ auf Deutschlandtour. Noch nicht auf dem Radar gehabt? Hierbei handelt es sich um das Nebenprojekt von Andrew Neufeld, dem Frontmann von „Comeback Kid“. Das Gute vorne weg, es handelt sich nicht um einen reinen Clon seiner Hauptband…sondern Neufeld betritt mit den Rest der Band ( Joel Neufeld (Drums), Adrian Mottram (Gitarre) und Mat Howes (Bass/Gesang) neue Wege.
Das Debutalbum „Monolith“ wurde im Jahr 2009 veröffentlicht und war der Liebling der Fansize Redakteure. Sie schufen ein Postcore Album das seine Vielschichtigkeit zwar erst nach intensiven Hören offenbart, aber bereits beim ersten Durchgang so eine Fazination ausübt, dass man nicht anders kann, als dieses Machwerk wieder und wieder zu hören. Selten hörte man so ein atmosphärisches Album das zugleich straight nach vorne geht, aber auch genau weiß wie man in den stillen Momenten brilliert. Fazinierende Soundlandschaften, abwechslungsreiche Songs in denen es auch mal Streicher zu hören gibt und eine Singstimme von Neufeld, die man so noch nicht kannte…die Jungs wissen einfach wie man ein Album komponieren muss…also wer noch die Chance hat…geht hin! Alle anderen sollten gleich zum nächsten Plattendealer und Probehören…!

Hier noch die D-Tourdaten:

29.01.12 Germany Bielefeld Forum
30.01.12 Germany Hamburg Hafenklang
31.01.12 Germany Berlin Cassiopeia
01.02.12 Germany Dresden Beatpol
06.02.12 Austria Wien Aera
07.02.12 Austria Dornbirn Schalchthaus
08.02.12 Germany Stuttgart Juha West
09.02.12 Germany München Feierwerk
10.02.12 Germany Wangen Tonne
11.02.12 Switzerland Brugg Picadelly
25.02.12 Germany Braunschweig Merz

  1. www.theagencygroup.com [zurück]

Against Me! – Live. Im Stream.

Against Me! sind, das haben sie oft genug bewiesen, eine überragende Liveband. Das kann zwar so ein Youtubevideo beileibe nicht entsprechend rüberbringen, aber ein Stream, der zu allem Überfluss noch 3 neue Songs beinhaltet, ist dennoch nicht das Schlechteste. Man kann schon jetzt verraten: Die neuen Songs nicht eben schlecht. Und die Band macht einen ungewohnt langhaarigen Eindruck. Aber seht selbst.

Beim Barte des Kiedis!

Der Schnauzer. Ein glücklicherweise völlig aus der Mode gekommener Weg, sich den Kauf von Taschentüchern zu ersparen, wollte man meinen. Doch jetzt kommt Anthony Kiedis, seines Zeichens Sänger der uns allen wohlbekannten Red Hot Chili Peppers und von Zeit zu Zeit stiltechnischer Grenzgänger, daher und posiert genau mit solch einem Teil auf Konzerten und, und das ist der eigentliche Punkt der Meldung, im neuen Video der Band. Dieses gehört zum Song „Look Around“ und hat neben Kiedis mächtigen Schnauzer auch Frauen, die aus Kühlschränken klettern und einen Hund (warum auch immer) zu bieten.
Da die Band neben Bartwuchs auch noch Musik im Programm hat, verlieren wir bei dieser Gelegenheit gleich noch ein paar Takte dazu. Die verortet sich nämlich genau dort, wo sich die Peppers spätestens seit „Californication“ unaufhaltsam hinbewegen: Im Pop. Solange dabei ordentliche Songs rumkommen, muss das ja noch lange nichts Schlechtes sein. Also hört selbst:

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kettcar – Videocountdown

kettcars neues Album „Zwischen den Runden“ rollt unaufhaltsam an. Im Vorfeld erlauben sich die Hamburger den Luxus, einen Albumcountdown zu präsentieren. Und weil die Band doch einen gewissen Hang zum Besonderen hat, gibt es nicht lediglich einen Song pro Woche, sonder jeden Freitag ein neues Video aus der neuen Platte. Heute gibt es: „Schrilles, buntes Hamburg.“
Wir sparen uns an dieser Stelle jedwede Beschreibungen und präsentieren: Das Video.

Rantanplan – Junger Mann zum Mitreisen gesucht

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Bewegte Laufbahnen. Darauf können – zumindest offiziell – so ziemlich alle bekannteren Bands und Menschen zurückblicken. Zur Not kann man ja auch durch den ein oder anderen Querschläger noch selber ein wenig nachhelfen mit der Bewegung. Wenn es allerdings Rantanplan irgendwann einmal nicht mehr geben wird, werden das erstens gar nicht so viele Menschen mitbekommen und zweitens werden nur die allerwenigsten ein paar Worte über ihre Laufbahn verlieren. Dabei ist Letztere eigentlich ein Musterbeispiel, eine richtiggehende Achterbahnfahrt. Gestartet als Hoffnung, erhoben zur (Ska-)Punk-Speerspitze des Landes und schließlich um die Jahrtausendwende stark dezimiert und zu Teilen in Kettcar übergegangen.
Seither kann man den Titel „Junger Mann zum Mitreisen gesucht“ ohne Weiteres als Bandinternes Credo ansehen. Leute kommen und gehen, Album für Album steht eine neue Besetzung um den Bandkopf Torben Möller-Meissner, der so einen wachsender Pool an freundschaftlich gesinnten Musikern, die gerne mal für ein paar Konzerte mit auf die Bühne klettern zusammengesammelt hat. Solange die Qualität bei so wenig Kontinuität in der Band nicht leidet, ist das alles geschenkt.
Hier jetzt also „Junger Mann zum Mitreisen gesucht“, Album Nr.2 in der Post-Wiebusch Ära, die Platte die dem verlotterten Skapunk mal ganz ordentlich in den Hintern tritt und mit fieser Freude den Genrekonventionen den Mittelfinger entgegenstreckt. Schrammelgitarren mit ein paar Alibibläsersätzen darüber sucht man hier vergebens. Stattdessen: Schicht um Schicht versierter Ska, ganz weit draussen, in uneindeutigen Gefielden, die man von der Band so kaum erwarten konnte. Einziges Manko ist dabei der Opener, der den Humor an der alleruntersten Grenze sucht und absolut nicht fündig wird. Was aber danach folgt, lässt staunen.
Auffällig ist zunächst die luxuriöse Produktion. Der wuchtige Sound trieft vor Fett, die Bläser sind wunderbar integriert und Möller-Meissners Stimme, die übrigens offenbart, dass sich der Herr ein paar Stunden Gesangsunterricht draufgeschafft hat, kommt richtig zur Geltung und verpasst den Stücken stellenweise eine zusätzliche Dynamik. Dieser liebevolle Tonspurenoverkill wird für das atemlose Punchlinegewitter, dass sich auf dieser Platte zwischen Pop, Punk und Ska mit einer Prise aller möglichen weiteren Genres abspielt, auch benötigt. Doch der Reihe nach:
„Affe Loco“ schenkt seinem untypisch gestalteten Offbeat eine Ladung Sprechgesang mitsamt in der Finsternis umherirrenden Bläsern im Refrain und lässt dabei einen Text auf die HörerInnen los, den man sich mit all seiner Cleverness eigentlich immer wünschen möchte. So geht Offenheit nach allen Seiten. Möge man selber entscheiden, wohin, in welche Richtung man die Worte gerne schicken möge. Auch „Sissy“ sorgt für hochgezogene Augenbrauen, tanzt es doch um eine wunderschöne Melodie für alle offensichtlich ganz hemmungslos mit dem Pop, bevor es die beiden in den ‚Kadettillac‘ zieht und übergibt dann sogleich an „Justine“, das randvoll mit mehr oder minder klaren Anspielungen alles andere als der harmlose Popsong ist, für den es sich auszugeben versucht. Und wer glaubt, sich irgendwie verlesen zu haben – nein, im obigen Absatz wird tatsächlich ganz ungeniert von Pop gesprochen. Dem hat die Band nämlich Zugang gewährt in ihre Songs und er steht ihnen überraschend gut.
Bis die Platte dann mit „Stalingrad666°“ ihren definitiven Höhepunkt – mitsamt Geniestreich auf der Textseite und Mundharmonikasolo – erreicht, skizziert „120“ mit wenigen, klug gewählten Worten den Segen der Wenigen und stoppt der Vogelzug im nur scheinbar aufs Wetter bezogenen „Schmuddelwinter sucks“ schon auch mal auf dem Parkplatz bei McDonald’s. Spätestens hier hat man den schwer überschaubaren Intertext und die teils windschiefen Sprachgebilde von Möller-Meissner so sehr ins Herz geschlossen, dass man das etwas nichtssagende „Fieber“ milde weglächelt und stattdessen lieber der gelungen-biestigen Verabschiedung vieler Verflossener in „War schön“ lauscht. Als Rausschmeißer verwebt schließlich „Dancefloorwolfgang“ – was für ein Titel! – dann noch etwas krude ‚The Fog‘, ‚Rotkäppchen‘ und Tanzflächen miteinander. Aber zu diesem Zeitpunkt kauft man ihnen ohnehin schon alles ab.
Dass bei einem derartigen Spagat zwischen freischwimmen und blankem Irrsinn nicht alle mitgehen müssen und nicht jedes Experiment geglückt ist: geschenkt. Hier war eine Band mit einer (leider wieder verworfenen) Idee unterwegs, wie man dem dauerhaft halbtoten Skapunk wieder etwas Leben einhauchen könnte. Letzters haben sie ja in jedem Fall geschafft.

  1. Bild: allmusic.com

El Paso 4 ever

Was El Paso, TX 2012 in Begriff ist auf die Welt loszulassen, wird vermutlich ziemlich gigantisch. At The Drive-In nach 11 keineswegs freundschafltichen Jahren wieder vereint (vorerst zumindest auf der Bühne), Album #4 von Sparta, das nach Jim Wards Solopfaden samt langer Band-Auszeit nicht nur von heartcooksbrain. heiß herbeigesehnt wird und nicht zuletzt Album #6 von The Mars Volta. Letzteres dürfte die Erwartungen ebenfalls hochkochen lassen, zumal nach der eher durchwachsenen „Akustik“-Platte Octahedron nicht ganz klar ist, in welche Richtung das neue Werk gehen wird. Einige Einzelheiten sind jedoch bereits bekannt:
Die neue Platte wird am 27.03. erscheinen, den Namen Noctourniquet und folgendes Outfit tragen

und aus diesen 13 Tracks bestehen:

01. The Whip Hand
02. Aegis
03. Dyslexicon
04. Empty Vessels Make The Loudest Sound
05. The Malkin Jewel
06. Lapochka
07. In Absentia
08. Imago
09. Molochwalker
10. Trinkets Pale Of Moon
11. Vedemalady
12. Noctourniquet
13. Zed And Two Naughts

Die Anzahl der Songs legt zumindest nahe, dass wir es nicht mit ausgefeilten Oper-Kompositionen mit deutlicher Überlänge zu tun bekommen, sondern eher mit ordentlich flotten 3-4-Minütern. Doch das ist reine Spekulation.

Ob zu den jeweiligen Alben von Sparta und The Mars Volta ein ausführliches Tourprogramm stattfindet und Rodriguez-López zusätzlich 5 Soloalben veröffentlicht, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass das Jahr 2012 einiges bereit hält. Wer weiß, vielleicht gibt es gar eine gemeinsame Tour von Sparta, The Mars Volta und At The Drive-In. Bescheuerte Idee? Tja, an Ausdauer und Verrücktheit mangelt es den Herren aus El Paso bekanntlich nicht, doch ist auch das reine Spekulation.

We Were Promised Jetpacks – In The Pit Of The Stomach

Etwas zu betreten, sei es ein Raum, ein Gebäude oder schlicht die Ohren der HörerInnen, ist ja so eine Kunst für sich. Manche ziehen es vor, wild hereinzuplatzen, manche schleichen fast unbemerkt durch den Türspalt und wieder andere gleiten grazil herein und stolzieren erst einmal eine Runde umher. Was sonst noch geht und was vor allem We Were Promised Jetpacks überaus famos beherrschen, ist die Trias aus hereinschlurfen, überraschen und begeistern. Das war schon beim Debut „These Four Walls“ so, als „It’s Thunder And It’s Lightning“ seine ersten Takte aufregend unaufgeregt hervorgebracht hat, nur um immer mehr und immer vehementer zu einer Hymne anzuschwellen, die man so eher selten hört. Und die vier Milchgesichter, die Live so gar nicht zu ihrer Musik passen wollen und dort ganz gerne mal zunächst ein zehnminütiges Instrumentalwabern zelebrieren, kann man ohnehin fast nur mögen.
Auch auf der neuen Platte „In The Pit Of The Stomach“ verhält sich das nur wenig anders. Zwar wird hier nach zwei kurzen Hieben aufs Crash-Becken gleich alles von der Leine gelassen, was gerade zur Hand ist, die Melodie nimmt sich aber dennoch früher oder später den Raum, den sie braucht. Und da ist sie wieder, die wohlbekannte Unaufgeregtheit, mit der die Jetpacks ihre Stücke intonieren. Da kann das Schlagzeug aus „Circles And Squares“ noch so sehr einen auf nervös machen, im Kern des treibenden Openers steckt letzen Endes doch ein ruhender Pol. Den die Band übrigens dankenswerterweise nicht verleugnet und schließlich auf halber Strecke mit aller Konsequenz Richtung – man ahnt es – Hymne abbiegt.
Das Gute daran: Veränderung und den Willen zu selbiger kann man der Band trotz des geschilderten heimeligen Gefühls in ihren Songs kaum vorwerfen. Einen so geradlinig nach vorne stampfender Rocker wie „Medicine“, zurecht die erste Single der Platte, hat man von den Herren aus Glasgow so bisher noch nicht gehört. Auch der Sound wurde generalüberholt. Wo bisher vieles an einigen Ecken nach Garage und Hektik im Studio klangt, breitet die Band jetzt einen dichten, atmosphärischen Teppich aus, der dem generell etwas dunkler angestrichenen Songmaterial sehr zu gute kommt. So bekommt jedes Stück genau das, was es verdient. „Through The Dirt And The Gravel“ seine klaustrophobisch anmutenden Momente, das grenzgeniale „Act On Impulse“ seinen völlig in sich ruhenden, blitzsauberen Klang, „Hard To Remember“ ein wenig Schmutz und „Picture Of Health“ eine gehörige Portion Licht.
Man merkt es vielleicht schon – die Jetpacks haben auf ihrer neuen Platte viel mehr gemacht, als nur den Ruf als Pflichtband in der besser informierten Indie-Disse zu festigen. Viel lieber wurde da offensichtlich an der Dynamik, an der Dichte und der Komplexität geschraubt. So poltert „In the Pit Of The Stomach“ nicht mehr die meiste Zeit straight der Nase nach, sondern nimmt sich Zeit, schaut sich in dunkleren Gassen um und macht dann und wann auch mal seine wohlverdienten Pausen. Das alles garnieren We Were Promised Jetpacks dann obendrein noch mit Songstrukturen und Ideen, die sich nicht beim ersten mal erschließen, aber beim beim zweiten und dritten mal umso mehr Freude bereiten.
Da geht in all dem positiven Gesamtbild dann auch fast unter, dass der Doppelpack aus „Sore Thumb“ und „Boy In The Backseat“ mit seiner Antagonie von Ruhe und Hektik, Schönklang und Krach mit zum Besten gehört, was die Band bisher auf Band gebannt hat.
Und am Ende, als auf dem Vorgänger mit einer Akustiknummer noch so getan wurde, als sei zuvor nichts passiert, nimmt sich dieses mal „Pear Tree“ seine sechseinhalb Minuten Zeit, um die HörerInnen rauszutragen. Mit Verve, Spielwitz und dem schließlich doch wieder durchbrechenden Hang zur großen Melodie. Fast wirkt es so, als wollten sich Band und Album zum Schluss noch musikalisch verneigen.
Bevor das geschieht, verneigen uns allerdings wir. Mit der Gewissheit, dass hier eine iunge Band ihr einstmals abgegebenes Versprechen mit Bravour gehalten hat.

Arcade Fire – Live daheim

Nun, Arcade Fire kennen inzwischen wohl so ziemlich alle und schätzen wohl auch sehr viele. Für all diejenigen, die bisher nicht das Vergnügen hatten, die Band live zu erleben gibt es jetzt hier einen Konzertmitschnitt. Viel Spass beim ansehen:

http://www-tc.pbs.org/s3/pbs.videoportal-prod.cdn/media/swf/PBSPlayer.swf

Watch Arcade Fire on PBS. See more from Austin City Limits.

Dead Swans – Abschiedscomeback

Neues gibt es auch von den Dead Swans. Zunächst allerdings eher Verwirrendes, spielt doch die Band in nächster Zeit ein Reihe so genannter Comebackshows, von denen allerdings einige gleichzeitig als ‚Abschiedstour‘ gekennzeichnet sind. Ob sich die Band, die jetzt gerade erst wieder aufgetaucht ist und so ganz nebenbei auch noch eine neue EP namens „Anxiety and Everything Else“ im Ärmel hat, nach ein paar Shows gleich wieder auflösen wird, sei jetzt mal so dahingestellt. Bedenkt man allerdings die Bandauflösungshäufigkeit im Hardcore, erscheint diese Vorstellung nicht einmal mehr so ganz abwegig.
Wie dem auch sei, am 28. Februar erscheint „Anxiety and Everything Else.“
Und einen Song daraus kann man auch bereits hören, nämlich „I’ve been trying to leave“. Und zwar hier.