Ein Kessel Buntes

Den Anfang machen dürfen La Dispute. Die haben ja bekanntlich eine neue Platte im Anschlag. Nachdem wir vor nicht allzu langer Zeit bereits „Harder Harmonies“ hören durften, lässt die Band jetzt The Most Beautiful Bitter Fruit auf die Welt los. Wildlife erscheint übrigens am 07. Oktober. Aussehen tut die Platte so:

Auch mit einer neue Platte um die Ecke kommen Polar Bear Club. Die haben bisher noch nichts Schlechtes aufgenommen. Ob das mit Clash Battle Guilt Pride auch weiterhin so bleibt, kann man hier entscheiden.

Man merkt, wir bewegen uns von Hart zu nicht mehr ganz so hart. Vom Post-Hardcore geht es also nun weiter zum Punk, besser gesagt zum Punk von Zwei Tage:ohne Schnupftabak. Neben einem aberwitzigen Namen haben diese Typen auch eine ziemlich gute Platte vorzuweisen. So geht intelligenter Punk, ohne dabei Verkopft zu klingen. Anhören kann man sich das ganze hier.

Und zu guter Letzt geht es weiter in seichtere Gefilde, ins Tal des Bösen schlechthin: Poppunk. Normalerweise ein umgehenswertes Sammelbecken einfältiger Melodien und noch viel einfältigerer MusikerInnen, kann man doch einen seltenen Blick riskieren. Vor allem, wenn der Blick auf die weitgereisten The Ataris fällt. Angefangen bei juvenilem Skatepunk zu überambitionierten Sigur Rós-Kopien zurück zum ganz kleinen Budget und einer gehörigen Portion Demut. Zwischendrin war man mal kurz halbberühmt, coverte „Boys of Summer“, wurde von der Plattenfirma fallengelassen und verkaufte alles, was nicht lebenswichtig erschien, um verdammt nochmal ein neues Album aufnehmen zu können. Letzteres wird auf den Namen The Graveyard of the Atlantic hören und aller Voraussicht nach Anfang 2012 erscheinen. Und um noch ein bisschen Pathos in die Kiste bringen zu dürfen: Dass diese Band sich noch einmal soweit aufraffen konnte, gleicht einem Wunder. Dass sich Sänger Kris Roe dabei optisch und stimmlich in Richtung Chuck Ragan bewegt und das Songwriting mindestens eine Klasse besser geworden zu sein scheint: umso besser.
Der Grund für dieses Geschwafel: Die Band gewährt in letzter Zeit vermehrt Einblick in ihre neue Platte. Und zwar auf Vimeo. Das sieht dann in etwa so aus:

The Ataris – Flying Blanket 2011 – #2 from The Ataris on Vimeo.

Thrice – Jeden Tag eine gute Tat

Thrice, die ewig zuverlässigen, die wahrscheinlich beste Feierabendband der Welt. Bis 23. September muss man noch warten, ehe man ihr neues Album Major/Minor in Händen halten kann. Bis dahin versüßen uns Thrice bereitwillig die Wartezeit. Jeden Tag ein neuer Song. Drei sind schon zu hören. Und sie sind, welch Überraschung, sehr gut.
Und ab dafür:

Und sie sägen und sägen und sägen

Denkmäler sind im Allgemeinen ziemlicher Mist. Die, die es bauen, pissen am nächsten Tag meistens schon dagegen. In der Musik verhält sich das zum Glück meist etwas anders. Es sei denn, man ist eine nicht mehr ganz taufrische Deutschpunkband, die den Absprung verpasst hat. Normahl tingeln nun schon seit gefühlten 100 Jahren durch die Welt, ohne wirklich noch etwas zu sagen zu haben, geschweige denn neues und vor allem gutes Material in der Hinterhand zu haben. WIZO? Spielen inzwischen call&response zu „Kopfschuss“ und führen alles, jede verdammte Silbe, die die Band in ihrem ersten Leben ausgemacht hat, auf die schmerzhafteste Art und Weise ad absurdum.
Und jetzt: Slime. Zwischenzeitlich halb wiedervereint unter dem Namen Rubberslime, haben sie sich vor einiger Zeit für ein paar Konzerte wieder zusammengefunden. Originalbesetzung geht selbstverständlich anders. Das wäre halb so wild, würde der mächtige Name „Slime“ jetzt nicht auch noch für ein neues Album vergewaltigt werden. Ja, richtig gehört. Als ob die Rubbeslime-Scheibe nicht schon grauenvoll schlecht gewesen wäre.
Muss denn sowas sein? Muss man eine inzwischen seit 17 Jahren in Frieden ruhende Band wieder aus dem Keller ziehen? Müssen fünfzigjährige, bierbauchig gewordene Altpunks wirklich noch ihre mehr oder wenige aktuelle Weltsicht von den Provinzbühnen dieser Welt dozieren?
Und wer will das eigentlich noch hören?
Niemand.

Ach ja: So sehen Slime 2011 aus.

Und so WIZO:


Hoffentlich.