And So I Watch You From Afar

Wer sich in den letzten Stunden im hier bereits erwähnten Bandcamp herumgetrieben hat, wird sich vielleicht schon früher gefreut haben. Alle anderen – und hierbei sind vor allem die FreundInnen des krachenden Postrocks angesprochen – können dies in den nächsten Sekunden tun.
Die frohe Kunde lautet:
And So I Watch You From Afar haben nicht nur eine neue Platte aufgenommen, nein, man kann sie auch noch hören. Und jetzt ratet mal wo.
Ganz geanu: Im Bandcamp

Ein Cover gibt es auch zu präsentieren:

Für alle, die nun vollauf begeistert Einkaufspläne schmieden: Gangs erscheint morgen, als am 29. April.

Eine Rune Liedgut

Und wieder gibts neues von Altbekannten.
Zuerst sind Manchester Orchestra dran. Die veröffentlichen ja ein neues Album namens Simple Math. Bald zumindest. Schon jetzt darf man allerdings „Virgin“ hören.
Und zwar bei Soundcloud

Dann gibt es da noch Frank Turner, der auch eine neue Langrille am Start hat und sich jetzt per Song bei seiner Oma bedankt. Kein Witz. Das ganze hört dann auch den Namen „Peggy Sang The Blues“ und kann bei Spin gehört werden.
Das zugehörige Album England Keep My Bones kommt dann übrigens am 07. Juni.

The Antlers – Burst Apart zum hören

The Antlers haben 2009 mit Hospice ein Meisterwerk von einem Album in die Welt gesetzt, welches sie vermutlich nicht mehr übertreffen. Ein derart grandioses, zerissenes und emotionales Album schreibt man eben nur ein mal im Leben.
Nun, das alles soll nun niemanden davon abhalten sich von der Qualität des Nachfolgers Burst Apart zu überzeugen. Eine müde Kopie von Hospice ist diese Platte nämlich keinesfalls, wandelt es doch bewusst auf neuen Pfaden. Und dort macht es seine Sache sehr gut.
Wer sich davon jetzt sofort selbst überzeugen will klicke bitte hier: Burst Apart

Fleet Foxes – Im Stream

All diejenigen, die sehnsüchtig auf das neue Album der Folkrocker Fleet Foxes warten, dürfen sich an dieser Stelle freuen wie kleine Kinder an Weihnachten und Neujahr zusammen. Oder so. Auf jeden Fall haben die Herren auf dem Bild ihren Fans ein nettes Geschenk gemacht.

Die Band stellt ihr grandioses Helpless Blues nämlich nun als Stream bereitet. Alle interessierten sind nur noch einen Klick entfernt.

An Horse – Walls

Death Cab For Cutie lieben sie. Tegan & Sara sowieso. An Horse, die vor nicht einmal einem Jahr urplötzlich direkt aus Australien in der heimischen Anlage landeten, wussten mit Rearrange Beds meist zu begeistern. Jetzt also der Nachfolger Walls und die Frage, ob An Horse ihr Niveau halten können. Das, so viel sei verraten, können sie.
Damon Cox und Kate Cooper machen alles richtig und versuchen gar nicht erst, der Welt krampfhaft zu beweisen, was sie außer schrammeligen Indierock noch alles tolles können. Viel lieber verändern An Horse die Kleinigkeiten im Bandsound und eröffnen Walls mit einem lockeren Hüftschwung namens „Dressed Sharply.“ Demnächst auch in der Indie-Disse ihrer Wahl. Wer hier nicht tanzt, ist sowieso ein schlechter Mensch. Ansonsten leben An Horse weiterhin von den gleichen Zutaten.
Kate Cooper treibt ihr präzise windschiefes, unvorhersehbares Gitarrenspiel auf die perfektionierte Spitze, Cox gibt dazu am Schlagzeug – ganz im Dienste des Songs – mal die gefühlvolle Akzentuierung und mal den Rumpelbeat. Und niemand bemerkt, dass hier eigentlich ein Bass fehlt. Wie schön.
Zwischen nahezu beängstigender Abgebrühtheit und Cleverness lassen An Horse natürlich auch nicht zu selten aufhorchen. „Know This, We’ve Noticed“ schleicht auf Zehenspitzen herum, gibt im Refrain den Rocksong und ist alles in allem ein waschechter Hit, den der Band so schnell niemand nachmachen wird.
Das folgende, bereits bekannte „Trains and Tracks“ ist auch Wochen nach dem ersten Hören ein schwungvoll-überzeugendes Stück Indierock und der Titeltrack nimmt sich heraus, Akustikgitarren in den Bandsound zu integrieren- und überzeugt. Dass es der Band gegen Ende mit „Swallow The Sea“ gelingt, noch ein hitverdächtiges Stück und überdies wo-oh-Chöre ohne Peinlichkeit unterzubringen: umso besser. Bei so einer Masse an überzeugendem Liedgut, könnte man beinahe vergessen, dass das wunderschöne „Windows“ das bisher ruhigste Stück der Band ist und etwas zu The Kills blickt.
Man merkt zwangsläufig, dass hier nicht irgendeine beliebige Indieband am werkeln ist. Vieles von dem, was An Horse auf Walls zum Besten geben wirkt spielerisch einfach, zwingend auf den Punkt gebracht und in sich schlüssig. Und dass es die Band schafft, schon wieder ein komplettes Album – trotz einiger weniger Längen – wie ein einziges, langes, abwechslungsreiches und vor allem sehr gutes Lied klingen zu lassen und dabei im Vorbeigehen noch einen ganz eigenen, schwer zu beschreibenden Bandsound etablieren, ist schlichtweg bewundernswert.
An Horse geben sich nicht damit zufrieden, Erwartungen zu erfüllen.
Sie übertreffen sie.

8/10

Highlights: Dressed Sharply // Know This, We’ve Noticed // Windows // Swallow The Sea

Defeater – Empty Days and sleepless Nights

BAM! Hier will es eine Band wissen. Aber so gewaltig wie schon lange nicht mehr. Empty Days And Sleepless Nights ist nicht nur ein weiteres Album einer großartigen, viel zu wenig beachteten Hardcoreband, nein, dieses Album ist ein Statement, ein Rundumschlag über 14 Songs bzw. 50 Minuten, der gehört werden will muss und wartet überdies mit einem Booklet auf, welches seinen Namen wahrlich verdient hat. Über 61 (in Worten: Einundsechzig) Seiten entfalten Defeater die Storyline von Empty Days And Sleepless Nights. Konzeptalbum also. Na wenn sich da mal nicht eine Band übernimmt.
So ist man beim ersten Hördurchlauf erst mal damit beschäftigt, aufmerksam das beigelegte Büchlein zu lesen. Dieses präsentiert eine bemerkenswert geradlinige und eben deswegen aufrichtige und ehrliche Geschichte voller working-class-Romantik, Leid und Liebe, Suff, Drogen und einigen Toten.
Das musikalische Programm – zweigeteilt in „Empty Days“ und eben „Sleepless Nights“ – gefällt nicht minder. Unterstützt von einer meterdicken Produktion legt „Warm Blood Rush“ bandtypisch ohne Umschweife los. Soweit also keine Überraschungen. Die folgen allerdings schon wenig später, wenn sich „Dear Father“ in der Strophe auf cleane Gitarren verlässt und sich „Empty Glass“ als langsam anschwelende, wunderbar atmosphärische Nummer präsentiert, welche die Handlung in Stimmung und Instrumentierung perfekt auf den Punkt bringt. Und wenn der Siebenminüter(!) „White Oak Doors,“ der den ersten Teil abschließt, den finalen Showdown der Charaktere präzise nachspielt und das furiose Finale völlig abrupt endet, ist das nicht, wie zunächst vermutet, eine Fehlpressung, sondern pure Absicht seitens der Band, die musikalische Version eines jähen Endes. Man ist beeindruckt.
Was sich im zweiten Teil „Sleepless Nights“ abspielt ist dann nicht nur wegen der Titelgebung die direkte Antithese zu den „Empty Days.“
„But Breathing“ lässt die Verzerrer im Schrank, erzählt seine Geschichte viel lieber in aller Ruhe zur Akustischen und beweist ganz nebenbei, dass Derek Archambault nicht nur schreien kann, sondern auch einen vorzüglichen Sänger abgibt. Hardcore goes Singer/Songwriter und es geht gut. Und wenn Archambault zwei Songs später „and I would beg and steal and borrow to keep you safe for your whole life“ singt und im abschließenden Song Gespräche am Grabstein führt, glaubt man ihm nicht nur jedes Wort, sondern ist ehrlich berührt.
Dieses Album könnte Defeater durchaus die Tore zu einer größeren HörerInnenschaft aufstoßen.
Spätestens jetzt möchte man es ihnen auch von Herzen wünschen.

8/10

Highlights: Dear Father, Empty Glass, White Oak Doors, I Don’t Mind

The Album Leaf-Neues Album

The Album Leaf haben nicht nur mit „Rising Sun“ einen Spendensong zur Katastrophe in Japan aufgenommen, sondern auch via Facebook ein neues Album, welches auf den Namen Torey’s Distraction hören soll, angekündigt. Anhören darf man sich auch bereits etwas. Das hier nämlich:

Dieses wunderschöne Instrumentalstück trägt übrigens den Namen „A Day In The Life.“
Und mangels Albumcover und dem Bedürfnis, jetzt ein Bild zu präsentieren- so sieht die Band ungefähr aus:

Stream of Weltklasse

Als ob es nicht genug der Freude wäre, wenn man auf einen neuen Song einer wundervollen Band stößt, spendieren uns An Horse nun ihr komplettes neues Album Walls im Stream. Alle die sich das nicht entgehen lassen wollen, klicken bitte jetzt (ja, jetzt gleich) ganz genau hier und freuen sich.

Und weil eine weitere wundervolle Band auch gerade mit guter Laune und neuer Platte unterm Arm durch die Gegend spaziert, gibt es hier gleich noch einen Albumstream. Und zwar von Explosions In The Sky. Genauer gesagt: Take Care, Take Care, Take Care.
Allen geneigten HörerInnen ist nun nur noch viel Spass beim glücklich sein zu wünschen.